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Wuppertaler Gesellschaft Concordia mit Online-Konzerten zurück

Corona-Programm : Die Gesellschaft Concordia meldet sich mit Online-Konzerten zurück

Die Concordia Gesellschaft in Wuppertal startet nun mit Online-Konzerten. Den Auftakt bildete ein Beethoven-Konzert mit zwei Musikschülern. Weitere Vorführungen sollen folgen.

In dieser Woche startete die Concordia Gesellschaft ihren ersten Live-Mitschnitt eines Klassikkonzerts aus ihren Hallen. Vor leeren Sitzen, aber mit größtmöglichem Einsatz, boten die beiden Ausnahmemusiker und Studenten der Musikhochschule Köln/Wuppertal, Mufei Feng und Alexander Breitenbach, einen klangvollen Abend im Zeichen des Beethovenjahres. Auf dem Programm standen, neben zwei Stücken aus dem Liederzyklus „An die ferne Geliebte“, die späte Klaviersonate Nr. 31 op. 110 und die vierte Sonate für Violoncello und op. 102 Nr.1.

Die 1801 gegründete Gesellschaft Concordia hat ihre Räumlichkeiten am Werth, im Herzen Barmens. Hier finden regelmäßig Klassikkonzerte statt. Da in Zeiten von Covid-19 gefüllte Konzertsäle nicht denkbar sind, wollte der Kultur-Club seinen Mitgliedern die Musik nach Hause bringen und ihnen so einen genussvollen Abend bereiten.

Pünktlich um 19 Uhr startete die Premiere des Streams auf der Webseite der Gesellschaft, kostenlos und ohne Anmeldung. Das Publikum wurde herzlich von Direktor Oliver Alberts begrüßt, für den diese Situation sichtlich neu war. Er fühle sich im hellen Scheinwerferlicht „wie im Hauptstadtstudio des ZDF“, meinte er schmunzelnd. Albers sprach über die besondere Situation, in der sich die Kultur befindet und die positive Auswirkung der aktuellen Technik. „Der Einsatz von moderner Technik ermöglicht den Musikerinnen und Musikern ein breites Publikum zu erreichen. Ich sehe für dieses Konzept in unserer Gesellschaft eine große Zukunft.“

Auch die beiden jungen Künstler ergriffen das Wort. Sie erzählten aus Beethovens Leben und führten durch die jeweiligen Stücke. Die 1996 geborene Cellistin Mufei Feng und der 1997 geborene Pianist Alexander Breitenbach konnten sich während der Proben in besonderer Weise mit Beethovens Musik auseinandersetzen. Diese emotionale Nähe spürte man nun auch in ihrem Spiel. „Wir befinden uns musikalisch in einem ganz besonderen Jahr“, sagte Breitenbach und meinte damit den 250. Geburtstag Beethovens. Berührt betonte er die emotionale Komponente in Beethovens Werk und seinen Einfluss auf die heutige Musik.

Aufgenommen wurde das Konzert bereits vergangenen Freitag. „Die Internet-Leitung des alten Gemäuers ist nicht optimal“, erklärte Sven Stein, Initiator und technischer Leiter des Unterfangens. Man habe den Stream zuvor hochladen wollen, damit es keine technischen Überraschungen gibt. Gearbeitet wurde mit drei Kameras und sieben Mikros und live vor Ort geschnitten. Das Experiment sei ein voller Erfolg und soll nicht damit enden: „Wir werden in naher Zukunft weitere Konzerte online stellen.“

Professionell gespielte Musik, sympathische Künstler und interessante Informationen: ein gelungener Konzertabend in der ersten Reihe. Mag die Atmosphäre eines Konzertsaals auch nicht zu ersetzen sein, diese digitale Idee ist eine schöne Alternative, an die wir uns gewöhnen werden, hochwertige Kopfhörer vorausgesetzt.