Wuppertaler genossen schönes Wetter in Cafés und Zoo

Freizeit : Goldener Herbst, goldene Umsätze

Die Natur hat gelitten, doch Zoo und Lokale mit Terrasse haben profitiert.

Endlich sieht der Herbst wieder aus wie Herbst: Nieselregen und niedrige Temperaturen lassen uns frösteln. Doch bis zum Wochenende sind wir mit vielen Wochen Sonnenwetter und schließlich einem Goldenen Oktober verwöhnt worden. Vorteile hatten davon vor allem die Lokale mit Außenterrasse und der Grüne Zoo Wuppertal.

„Wir hatten eine sehr gute Zeit im September und Oktober“ bestätigt Zoo-Direktor Arne Lawrenz. Der Sommer sei auch gut gewesen, doch bei richtig heißen Temperaturen seien wohl einige noch lieber baden gegangen als in den Zoo. An den sonnigen Herbsttagen hätten sie dagegen einen richtigen Andrang verspürt: „Wir mussten jetzt in den Ferien sogar weitere Kassen öffnen“, sagt Lawrenz. Er rechne damit, dass die September- und Oktoberzahlen eine bis zu fünfprozentige Steigerung zum Vorjahr erbringen.

Der Grüne Zoo war auch
im heißen Sommer attraktiv

Das sei nach den Besucherverlusten in 2017 eine schöne Steigerung, vor allem, da der Zoo in diesem Jahr mit keinen neuen Sensationen aufwarten könne, Besucher sogar die Baustelle für die Papageienflughalle Aralandia aushalten müssen, die erst im kommenden Jahr eröffnet.

Der Wuppertal Zoo sei dabei auch im heißen Sommer besser weggekommen als manch anderer Zoo. Lawrenz weiß von Kollegen, die in diesem Sommer über bis zu zehn Prozent weniger Besucher klagen. Da hat sicher das viele Grün und die Hanglage ihren Teil dazu beigetragen, dass der Grüne Zoo Wuppertal auch bei Hitze als attraktives Ausflugsziel galt.

Den Tieren habe das heiße Wetter auch nichts ausgemacht, versichert Lawrenz. „Wir hatten sogar eher weniger Erkrankungen als sonst.“ Die Tiere könnten sich besser auf die Hitze einstellen: „Die müssen ja nicht arbeiten“, sondern könnten es bei hohen Temperaturen einfach ruhiger angehen lassen.

Auch bei den Gastronomen sorgte der Goldene Herbst für zufriedene Gesichter. „Es war toll“, sagt zum Beispiel Achim Brand, Inhaber des Café du Congo im Luisenviertel. „Wenn es nur immer so wäre“, wünscht er sich. Das Wetter sorge bei allen für gute Laune und auch für etwa 15 Prozent mehr Umsatz - so schätzt er. Wobei er Wert darauf legt, dass er für ihn vor allem das Ende der B7-Sperrung maßgeblich ist. Jetzt komme endlich auch wieder überregionales Publikum in sein Lokal. Auch beim Café Engels am Laurentiusplatz ist zu hören, dass in diesem Jahr die Terrasse stets gut besucht war.

Dass die sonnigen Sommer- und Herbstmonate zusätzlichen Umsatz beschert haben, bestätigt auch Isabel Hausmann vom Gaststätten-Verband Dehoga im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie weiß aus eigener Erfahrung, dass die Sonnenterrassen auch an Wochentagen häufig voll waren.

Zudem habe eine Umfrage unter 260 Mitgliedern des Verbands ergeben, dass die Gastronomen im Sommer und Herbst gute Geschäfte gemacht haben - „besonders in den Abendstunden“, berichtet Isabel Hausmann. Tagsüber sei es oft zu heiß gewesen. Die Befragten hätten viel Wasser verkauft, gar nicht so viel Bier. In die Karten gespielt habe das Wetter den Gastronomen auch deshalb, weil die Besucher den Wetterumschwung fürchteten: „Da war immer der Gedanke, das könnte der letzte Sonnentag sein“, verdeutlicht Isabel Hausmann.

Besonders profitieren konnten laut Umfrage Lokale, die außerdem mit besonderen Angeboten punkten konnten - vom Sandkasten für Kinder über die Bildschirm-Leinwand zur Fußball-WM bis zu Aktionen zum Oktoberfest.

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