Kirche: Wuppertaler Gemeinde St. Joseph plant für die Zukunft

Kirche : Wuppertaler Gemeinde St. Joseph plant für die Zukunft

Die Gemeinde will sich mehr für die Ökumene öffnen und hofft auf Ersatz für den leitenden Pfarrer Winfried Breidenbach.

. Die Pfarrgemeinschaft Südhöhen steht vor großen Herausforderungen. Denn für die Gemeinden St. Christopherus auf Lichtscheid, St. Hedwig am Friedenshain, die Heilige Ewalde in Cronenberg und St. Joseph in Ronsdorf wird ab Sommer 2020 von den bisherigen drei Pfarrern nur noch Gerd Stratmann zur Verfügung stehen. Pfarrer Winfried Breidenbach scheidet dann aus Altersgründen aus dem Dienst, und Schulpfarrer Norbert Pauls wurde im Herbst 2018 krankheitsbedingt in den Ruhestand versetzt. Es fehlt geeignetes Fachpersonal.

Ein Grund dafür, weshalb Michael Schad, Vorsitzender des Gemeinderates in St. Joseph, am Sonntag nach dem Gottesdienst zu einer Gemeindeversammlung aufgerufen hatte, in der überlegt werden sollte, welche Elemente eine katholische Gemeinde braucht, um ein lebendiges Miteinander unter Berücksichtigung der spirituellen Aspekte erfolgreich zu gestalten. Mehr als 70 engagierte Gemeindemitglieder berieten in sieben Gesprächskreisen über drei Fragen, die ihnen Moderator Achim Konrad mit auf den Weg gegeben hatte: Wie geht es mir angesichts der bevorstehenden Situation? Was ist mir wichtig in St. Joseph? Und: Welche Ideen habe ich für die Zukunft?

Die zukünftige Situation schürte zunächst die Angst, Trauer, Ratlosigkeit und Verunsicherung darüber, dass mit dem Gottesdienst in St. Joseph eine feste Institution verloren geht. „Wir verlieren ein Stück Heimat“, wurde im Kreis der Gläubigen befürchtet und gleichzeitig die Verbitterung darüber geäußert, dass man sich vom als besonders konservativ geltenden Erzbistum Köln allein gelassen fühle. Aber auch da regte sich die Hoffnung, dass man pastorale Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen und so kreative Lösungen finden könne.

Gemeindemitglieder loben
das Gemeinschaftsgefühl

Was in St. Joseph wichtig ist? Da wurden das Heimatgefühl, das Erleben der Gemeinschaft, der regelmäßige Gottesdienst genannt, das gemeinsame Gebet in der vertrauten Umgebung des gewohnten Gotteshauses. Aber auch die Erwartung, dass die Rolle der Frauen in der Gemeinde gestärkt werden sollte. Keinesfalls dürfe durch einen eventuell von außen eingesetzten neuen Pfarrer in einen Konservatismus abgeglitten werde. „Die Spende der Sakramente muss erhalten bleiben“, war eine zentrale Forderung für die Zukunft, in der man auch der Ökumene möglichst mehr Raum geben solle.

Die Ausweitung der Ökumene, die Zusammenarbeit mit den evangelischen Christen, war eine der erarbeiteten Ideen für die Zukunft, in der man auch Geistliche aus anderen Ländern in Ronsdorf willkommen heißen würde. Wichtig war den Gemeindemitgliedern auch, dass ein Leitungsgremium gebildet wird, das die Team-Aufgaben koordinieren und beispielsweise Gottesdienste vorbereiten soll. Die priesterlichen Aufgaben könnten Diakone übernehmen. „Wir müssen alles auf eine breitere Basis stellen“, war die allgemein vertretene Meinung, wobei natürlich auch an die Sorge um andere, um hilfsbedürftige Menschen, gedacht wurde. An die „Ronsdorfer Theke“, die Flüchtlingshilfe oder die Krankenhausbesuche. Aufgaben, die wie bisher ehrenamtliche Helfer erledigen könnten. „Ehrenamt“, dieser Begriff ging Pfarrer Gerd Stratmann im Gemeindeleben nicht weit genug. „Ihr seid engagierte Christen, die ihre Charismen und ihre Persönlichkeit einbringen, das ist weit mehr als die Ausübung eines Ehrenamtes“, sagt er. Er zeigte sich aber auch sehr beeindruckt darüber, wie die Christen in St. Joseph hinter ihrer Gemeinde stehen. Was die Nachfolge des leitenden Pfarrers Winfried Breidenbach angeht, da wollte Stratmann, der bis zum seinem 70. Lebensjahr im Amt blieben will, keine falschen Hoffnungen schüren, versicherte aber: „Wir sind auf der Suche.“