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Wuppertaler Gastronomen hoffen noch auf das Weihnachtsgeschäft

Corona : Gastronomen hoffen noch auf das Weihnachtsgeschäft

Die Reservierungslage für Familien- und Firmenfeiern liegt bislang deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Die WZ hat bei den Betreibern ein Stimmungsbild eingeholt.

Die Gastronomie ist eine der Branchen, die von der Corona-Krise und dem damit verbundenen Lockdown besonders hart betroffen sind und auch nach der vorsichtigen Öffnung der Gaststätten und Restaurants noch mit den Covid 19-Folgen zu kämpfen haben.

Viele der Speiselokale versuchten während der Schließungen mittels Außer-Haus-Verkauf die Verluste in Grenzen zu halten und waren dadurch in der Lage, Mitte Mai wieder zu eröffnen. Doch wie sieht die Lage derzeit aus? Und mit welchen Gedanken schaut man in die Zukunft, die in den vergangenen Jahren in den Monaten November und Dezember durch Weihnachts- und Familienfeiern Aussicht auf „Hochsaison“ und gute Umsätze versprach?

Bei einer Umfrage erhielt die WZ unterschiedlich geprägte, meist allerdings optimistische Antworten. So von Michel-Vincenzo La Novara, dem Inhaber der „Alten Bergbahn“ in Barmen in der Nähe des Toelleturms: „Derzeit bietet die Außengastronomie noch sehr gute Möglichkeiten, und da wir vom Oktober bis zum Dezember draußen ein Festzelt aufstellen werden, das beheizt und belüftet ist, können da auch die geforderten Abstände eingehalten werden. Familienfeiern und Geburtstage richten wir nach wie vor aus, und was Weihnachtsfeiern angeht, sind wir auch guten Mutes“, so La Novara, der anmerkt: „Man muss selbst ein Stück dazu beitragen, dass das Geschäft wieder in Gang kommt.“

„Die Zahlen steigen seit Ende Mai wieder an, auch wenn die Gäste noch ein wenig ängstlich sind. Wenn man draußen eine Terrasse hat, ist das natürlich beim derzeit guten Wetter ein Vorteil“, sagt Christopher Spiecker von der „Neuen Welt“ in Nächstebreck. „Für Weihnachtsfeiern haben wir schon einige Anfragen, aber das wird sich im Oktober hoffentlich noch verstärken.“

Jörg Speck vom Gourmet-Tempel „Scarpati“ in Vohwinkel setzt bei angemeldeten Feiern auf zwei Schichten. Eine von 12 bis 14.30 Uhr und die nächste von 15 Uhr bis zum Abend, sagt Speck, der die schlimmste Corona-Phase innerlich abgehakt hat und nach vorn schaut, allerdings anmerkt: „Weihnachtsfeiern von Firmen wird es in diesem Jahr voraussichtlich weniger geben. Verständlich, denn viele Unternehmen haben Kurzarbeit beantragt, und die Angestellten, die weniger Einkünfte hatten, lassen sich den Gegenwert für eine großzügige Weihnachtsfeier lieber mit dem Gehalt auszahlen. Aber ansonsten haben wir schon gute Reservierungen für Familienfeiern.“

Die Gäste sitzen
lieber im Freien

Auf die wartet Frank Eisenbach vom Haus Eisenbach auf dem Weinberg noch. „Da habe ich im Gegensatz zu den Vorjahren, als wir schon früh ausgebucht waren, noch jede Menge Termine für Familien- und Weihnachtsfeiern frei“, gesteht der erfahrene Gastronom und schaut auch mit Sorge auf die nahe Zukunft. „Jetzt läuft die Außengastronomie noch sehr gut, aber man kann nicht erwarten, dass das gute Wetter ewig anhält. Und da sehe ich in der kalten, dunklen Jahreszeit große Probleme auf uns zukommen.“

Alexander Tsiflidis vom Hellas-Restaurant im Barmer Fischertal beobachtet, was Vorbestellungen für Firmen- und Familienfeiern angeht, eine gewisse Zurückhaltung, denkt aber, „dass das 90 Personen fassende Lokal und der Extra-Raum für 30 Personen in den nächsten Monaten wieder gut gefüllt sein werden“, so Tsiflidis, der wie seine Kolleginnen und Kollegen in den anderen Restaurants froh ist, die Zeit von Mitte März bis zum 11. Mai hinter sich gebracht zu haben.

„Die Auswirkungen der Corona-Krise spüren wir in allen Segmenten“, stellt Mouna Chekalat, Inhaberin vom „Primavera a Merano“ an der Friedrich-Ebert-Straße fest. „Und es ist auffällig, dass die Gäste viel lieber draußen auf der Terrasse sitzen wollen als innen. Das geht bei fallenden Temperaturen natürlich nicht ohne Heizpilze“, sagt die Gastronomin und verrät, dass sich die Anfragen für Firmen-Weihnachtsfeiern in Grenzen halten. „Familienfeiern mit zehn bis zwölf Personen sind aber nach wie vor gefragt.“

Tim Lipke, Inhaber der traditionsreichen „Villa Foresta“ in Barmen, formuliert originell: „Es ist luftiger geworden.“ Was Anfragen zu Firmen- und Familienfeiern zum Jahresende angeht, ist man in der Foresta zurückhaltend: „Um unsere Gäste, aber auch unser Service-Personal vor austretenden Aerosolen zu schützen, sind wir sehr vorsichtig und nehmen keine Buchungen für Feiern mit vielen Teilnehmern vor”, so Lipke. „Wir sind nach wie vor gut frequentiert.“