1. NRW
  2. Wuppertal

Wuppertaler Freibäder geraten in finanzielle Notlage

Corona führt zu Einbußen : Freibäder sind in finanzieller Notlage

Die SPD in den Bezirksvertretungen Uellendahl-Katernberg und Vohwinkel fordert mehr Unterstützung für die Betreiber.

Für die Freibäder im Stadtgebiet ist es eine gute Nachricht. Ab dem 20. Mai dürfen sie nach Beschluss der Landesregierung für Besucher öffnen. Ungetrübt ist die Freude gerade bei den ehrenamtlich geführten Bädern in Vohwinkel und am Eckbusch aber nicht. Neben vielen organisatorischen Fragen beschäftigt die Betreiber die finanzielle Notlage ihrer Einrichtungen. In beiden Fällen mussten im vergangenen Jahr hohe Kosten für Filtersanierungen gestemmt werden. Dazu kommen aktuelle Reparaturkosten für undichte Leitungen und die erheblichen Einnahmeeinbußen durch die Corona-Krise.

Darauf haben die SPD-Fraktionen der Bezirksvertretungen Uellendahl-Katernberg sowie Vohwinkel reagiert und einen gemeinsamen Antrag für die kommenden Sitzungen der Stadtteilgremien eingebracht. Darin werden umfassende Hilfen für die Freibäder in den Quartieren gefordert. „Wir sind uns der prekären Situation der Bäder Eckbusch und Vohwinkel bewusst, die in dieser Saison noch keinerlei Einnahmen erzielen konnten“, sagt Yannick Bartsch, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg. Er verweist auf die Wichtigkeit von Maßnahmen zur Unterstützung, ohne die der Weiterbetrieb der Bäder gefährdet sei.

Im Kern geht es im Antrag um drei Forderungen. Dazu gehört die Auszahlung von anteiligen Mitteln aus dem sogenannten „Feuerwehrtopf“ zur Liquiditätsüberbrückung. Die städtischen Gelder in Höhe von 60 000 Euro wurden im vergangenen Jahr für dringende energetischen Erneuerungen und größeren technischen Ausfälle, aber auch für andere Notlagen bewilligt. Die SPD will diesbezüglich Tempo machen. „Auch wenn die Stadtverwaltung bereits angekündigt hat, Mittel aus dem Feuerwehrtopf auszuzahlen, hat es nach aktuellem Stand noch keine Gespräche zwischen der Verwaltung und den Betreibergesellschaften gegeben“, kritisiert Yannick Bartsch.

Ein weiterer Punkt des Antrags ist ein Erlass der Wassergebühren durch die Stadt für dieses Jahr. Außerdem fordern die Sozialdemokraten von der Verwaltung personelle Unterstützungen für Sanierungs- und Hilfsarbeiten in Kooperation mit dem Jobcenter oder der Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung (GBA). Die soziale Bedeutung der ehrenamtlich geführten Bäder für die Quartiere sei enorm. „Eine Schließung aufgrund der aktuellen Krise ist auch aus gesamtstädtischer Sicht absolut zu vermeiden“, betont der Vohwinkeler SPD-Fraktionsvorsitzende Georg Brodmann. Der Antrag wird von den Ehrenamtlern der Bäder ausdrücklich begrüßt. „Die Vorschläge treffen genau den Kern unserer aktuellen Krisenlage“, sagt Frank Mühlhoff, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Freibad Eckbusch. Ähnlich sieht es Torsten Langewiesche vom Freibad Vohwinkel. „Wir sind durch einen Rohrbruch mit Reparaturkosten von 5000 Euro gerade zusätzlich gebeutelt und auf finanzielle Unterstützung dringend angewiesen“, betont der Vorsitzende des Fördervereins. Bezüglich des Starts der Badesaison peilen beide Bäder Anfang Juni an. „Früher bekommen wir das nicht hin, da noch viele organisatorische Fragen bezüglich der Corona-Auflagen geklärt werden müssen“, sagt Torsten Langewiesche. ebi