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Wuppertaler Freibäder erleben regelrechten Besucheransturm

Hitze-Welle : Freibad Vohwinkel erlebt regelrechten Besucheransturm

Einige Besucher mussten in Vohwinkel abgewiesen werden, weil das Bad zu voll war. Das führte zu Randale.

Ein wenig durchschnaufen konnten die freiwilligen Helfer des Vohwinkeler Freibads zum Wochenanfang. Die Pause war allerdings einem technischen Defekt geschuldet. Bei der routinemäßigen Rückspülung hatte ein Schieber geklemmt. Dadurch sackte der Pegel im Hauptbecken um anderthalb Meter ab. Am Montag musste dort die fehlende Wassermenge per Schlauch wieder ausgeglichen werden. Dadurch war Schwimmen erst am Nachmittag möglich.

„Das Wasser kostet uns zwischen 1500 und 2000 Euro“, berichtet Torsten Langewiesche, Vorsitzender des Fördervereins Freibad Vohwinkel. Seine Freude über die kurze Verschnaufpause hält sich daher in Grenzen. Immerhin: Die derzeit tropischen Temperaturen haben dem Freibad gerade am vergangenen Wochenende einen Besucheransturm beschert und dringend benötigte Einnahmen in die Kasse des Fördervereins gespült. Für die Helfer war es fast schon zu viel des Guten. „Wir gehen mittlerweile auf dem Zahnfleisch“, so Langewiesche. Der Andrang am Samstag und Sonntag stellte die ehrenamtlichen Betreiber vor einige Herausforderungen.

Online-Tickets werden in Vohwinkel im Gegensatz zu den meisten anderen Bädern nicht angeboten. „Der Anbieter verlangt dafür 60 Cent pro Karte, das können wir uns als relativ kleines Freibad nicht leisten“, erläutert Torsten Langewiesche. Der Verein arbeitet daher mit abgezählten Einlasskärtchen. Etwas über 400 Besucher dürfen sich nach den behördlichen Vorgaben gleichzeitig auf dem Gelände an der Gräfrather Straße aufhalten. Wird diese Zahl überschritten, müssen Badegäste warten. „Wir haben die Menschen draußen mit Getränken versorgt und auf die Abstandsregeln hingewiesen“, berichtet Sven Berge von der Betreibergesellschaft. Nicht bei allen stieß die Begrenzung auf Verständnis. „Leider wurde immer wieder versucht, illegal über den Zaun zu klettern“, sagt Berge. Eine Person habe sich dabei an der Hand verletzt und musste medizinisch versorgt werden. Auch die Einhaltung der Höchstgrenze von 100 Schwimmern im Hauptbecken sei nicht selten ein Grund für Diskussionen gewesen. „Wir haben viele Badegäste, die entweder schlecht oder gar kein Deutsch sprechen, da ist die Kommunikation manchmal schwierig“, sagt Torsten Langewiesche.

Insgesamt zieht er aber ein positives Fazit. Der Großteil der Badegäste habe sich an die Corona-Regeln gehalten. Der Förderverein weist darauf hin, dass die Mitglieder das Bad ehrenamtlich betreiben. „Wir bekommen dafür keinen Cent“, betont der Vorsitzende. Er selbst hat in den letzten sechs Wochen einen freien Tag mit seiner Familie verbracht. Ansonsten teilt der Inhaber einer Druckerei seine Zeit auf die Firma und das Freibad auf. „Ehrlich gesagt bin ich froh, wenn die Saison in drei Wochen vorbei ist“, so Langewiesche.