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Wuppertaler Feuerwehr zieht in die St. Anna-Klinik am Uellendahl ein

Neuer Standort : St. Anna-Klinik: Bald ziehen die Feuerwehrleute ein

Ausbildung auf modernstem Stand: Im Januar sollen die ersten Fortbildungen in der Rettungsdienstschule stattfinden.

Die ersten Räume sind bereits fertig, im Januar sollen die ersten Fortbildungen in der Rettungsdienstschule der Feuerwehr in der St. Anna-Klinik starten. Ausbildung auf modernstem Stand, konzentriert an einem Standort: So fassen die Verantwortlichen die Vorteile zusammen. Eigentümer des Gebäudes, in dem unter anderem noch die HNO-Klinik untergebracht ist, ist der Landschaftsverband Rheinland (LVR). Mieter ist der Klinikverbund der Cellitinnen, der an die Feuerwehr beziehungsweise das Gebäudemanagement der Stadt (GMW) untervermietet, zunächst für 15 Jahre.

Der Umbau des Traktes für die Feuerwehr, wo früher das Brustzentrum untergebracht war, läuft seit einigen Monaten. Dass ein neuer gemeinsamer Standort gebraucht werde, sei lange klar, erklärt Feuerwehr-Chef Ulrich Zander. „Seit Jahren gab es Probleme in der Rettungsdienstausbildung.“ Wobei er betont, dass damit ausschließlich organisatorische Gründe gemeint waren. Denn eigentlich gab es immer nur Übergangslösungen und Provisorien. Aktuell etwa wird auf Korzert und an der Waldeckstraße ausgebildet – mit allen Schwierigkeiten, die ein Betrieb an zwei Standorten mit sich bringt. In Zukunft stehen der Feuerwehr aber nun 1000 Quadratmeter an der Vogelsangstraße zur Verfügung, mit Option auf eine weitere Vergrößerung.

Vor allem „praxisnah“ soll trainiert werden, wie Zander und Roland Volke, zuständig für das Thema Ausbildung, beim Rundgang über die Noch-Baustelle ankündigen. „Früher hieß es oft in der Ausbildung ,Stell dir mal vor“, erzählt Volke. Vor allem theoretisch wurde – mangels Alternativen – geschult. In der neuen Schule werde es viel realistischer.

Realistisches Training mit Schrottauto und Badewanne

Direkt im hinteren Eingangsbereich etwa steht zukünftig ein voll ausgestatteter Rettungswagen, in der Nähe ein Unfallwagen mit abnehmbarem Dach. „Es soll eine Situation simuliert werden, die der Rettungsdienst am Unfallort vorfindet“, so Volke. In einem Raum findet sich sogar eine Badewanne. Auch sie dient Trainingszwecken. Das Szenario: Die Helfer vor Ort finden eine bewusstlose Person im Badezimmer. Damit sich in diesem Schulungsbereich nicht alles „knubbelt“, wird in andere Räume übertragen, wie die Schüler mit der Situation umgehen. Überhaupt, so Volke, werde viel mehr Technik eingesetzt bei den Schulungen.

Insgesamt werde der Unterricht „dem Einsatz draußen angepasst“, sagt Zander. Im Schnitt würden gut 30 bis 40 Azubis täglich an der Vogelsangstraße unterrichtet, in der Spitze bis zu 60. Fünf bis sechs Lehrkräfte seien im Einsatz, weitere würden aber noch eingestellt. Synergieeffekte erhoffen sich Zander und Volke durch eine Zusammenarbeit mit der Akademie für Gesundheitsberufe, die ebenfalls im St. Anna untergebracht ist.

Wie viel die Cellitinnen in den Umbau für die Feuerwehr investieren, wollten Stephan Neumann, der technische Leiter, und Jan Köhler, der Betriebsleiter für die St. Anna-Klinik, nicht verraten. Es sei ein Gesamtpaket, die Kosten in der Miete einberechnet. „Sieben Euro warm“ zahle das GMW.

Dass die Feuerwehr als neuer Mieter einziehe, „freut uns sehr“, sagen Neumann und Köhler. Nach dem Auszug der Frauenklinik vor einigen Jahren hatte es nicht nur am Uellendahl Befürchtungen gegeben, dass die Klinik „leergezogen“ werden würde, zumal schon damals angekündigt wurde, dass über kurz oder lang auch die HNO-Klinik die Vogelsangstraße verlassen werde. Man plane aber weiter mit dem Standort. Auch die Bewohner des städtischen Altenzentrums „Olipla“, die eigentlich nur übergangsweise im St. Anna wohnen sollten, solange an der Oberen Lichtenplatzer Straße neu gebaut wird, bleiben nun dauerhaft an der Vogelsangstraße, wie die Stadt bestätigt. Sowohl Bewohner als auch Angehörige hätten sich dafür ausgesprochen.

Auch Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert (SPD), die fast gegenüber der Klinik wohnt, freut sich über die neuen Nachbarn. „Das ist ein so toller Anbau. Es ist schön, dass er wieder genutzt wird.“ Skeptisch ist sie aber noch, wie sich die Parksituation entwickeln wird. Anwohner hatten immer wieder beklagt, dass Besucher und Mitarbeiter der Klinik und der anderen Mieter das Quartier „zuparken“, obwohl dort eine Parkscheibenregelung und Anwohnerparken gilt. Die Stadt kontrolliere kaum, so Ebert, und das Parkhaus neben der Klinik würden viele nicht nutzen. Ziel der Feuerwehr sei es, möglichst viele Kollegen aber genau darauf hinzuweisen, hieß es beim WZ-Termin.