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Wuppertaler Elberstreppe mit Lauf eingeweiht

Bauarbeiten : Elberstreppe mit Lauf eingeweiht

Jetzt sind auch die letzten Arbeiten erledigt

„Wenn Sie diese Treppe hinaufgestiegen sind, soll ihre Laune besser sein als vorher“, wünschte sich Robert Kaller, Wuppertaler Mosaikkünstler, als die Treppe Elbersstraße in Wichlinghausen am Samstag eingeweiht wurde. Für das steigende Niveau der individuellen Stimmung hatte der Mann mit dem glücklichen Händchen für harmonische Farbgestaltung selbst gesorgt, indem er die 78 Stufen, die von der Wichlinghauser Straße hinauf zur Elbersstraße führen, mit bunten Mosaiksteinen verschönert hatte. Die Passanten, die von der gegenüber liegenden Breslauer Straße herunter kommen, könnten angesichts des leuchtenden Treppenschmucks, vielleicht sogar Lust bekommen, dieses Hindernis als Stimmungsaufheller zum Wohle ihrer persönlichen Fitness zu benutzen.

Die Treppe hoch in
12,03 Sekunden

In der vergangenen Woche war die Treppe zumindest zum sportlichen Parcours geworden, der etliche Wuppertaler reizte, möglichst schnell von unten zur obersten Stufe zu gelangen. Am besten schaffte das der 14 Jahre alten Nedzmedin Karamanidis, der in 12,03 Sekunden hinaufgeflitzt war. Bei der Einweihung durch Bezirksbürgermeister Burkhard Rücker wollte der drahtige Junge eine neue Bestmarke setzen, was er jedoch mit ebenfalls beachtlichen 12,08 Sekunden knapp verpasste. Dennoch, Rücker überreichte ihm das steinerne mit Mosaik verzierte „Herz der Elberstreppe“. Das erhielt er ebenso wie der neun Jahre alte Jerome, der beim Wettbewerb U10 18,56 Sekunden gebraucht hatte.

Rund vier Monate wurde an der Treppe, für deren Statik der Architekt Peter Bräutigam gesorgt hatte, gearbeitet, die Stufen und Wegeoberflächen technisch und funktional erneuert. Vor allem in den vergangenen Wochen zum Wohlgefallen der Anwohner, wie Lukas Meier vom wesentlich mitwirkenden Quartierbüro Vier-Zwo-Zwo erzählte. „In den vergangenen Tagen gab es sogar Eis für die freiwilligen Helfer“, erzählte er. „Früher haben die Menschen hier von der fiesen Treppe gesprochen, heute gehen sie gern hinauf.“

Eigenanteil der Stadt
von 96 000 Euro

Burkhard Rücker hatte für Ansprache und Siegerehrung das erste von insgesamt sieben Podesten erklommen und dankte auch den Vertretern der Stadtverwaltung, die dieses Projekt mit einem Eigenanteil der Stadt von knapp 96 000 Euro im Rahmen der Sozialen Stadt ermöglicht haben. Und Elke Stapff, Koordinatorin für soziale Zusammenarbeit, erfreute sich ebenfalls an dem neuen Schmuckstück für Wichlinghausen. „Sehr schön ist es geworden“, war auch Christel Simon vom Bürgerforum Oberbarmen sichtlich begeistert von dieser Aufwertung in ihrem Quartier.

2018 hatte der damit beauftragte Künstler Robert Kaller an der Langobardenstraße in Wichlinghausen schon Versuche unternommen, das Umfeld mit seinen Gestaltungen zu verschönern. „Damals waren viele dagegen“, erinnert Kaller sich. Aber er hatte auch seinerzeit Optimismus verbreitet: „Wartet mal ab: Wenn es fertig ist, werdet ihr es alle schön finden.“ Und genauso wird seine Kunst jetzt auch bei der Elberstreppe empfunden.