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Wuppertaler Einkaufszentren versuchen der Corona-Krise zu trotzen

Einkaufen : Einkaufszentren wollen der Corona-Krise trotzen

In den City-Arkaden und der Rathaus-Galerie gibt es nur noch Dinge für den täglichen Bedarf. Besucher werden kontrolliert. Motto: Einkaufen — und dann wieder zügig raus.

Einfach mal durch die City-Arkaden oder die Rathaus-Galerie schlendern? Die Zeiten sind aktuell vorbei. Die Einkaufszentren in der Elberfelder Innenstadt sind zwar geöffnet, doch dort gelten natürlich auch die Corona-Auflagen. Und die werden auch eingehalten, so der Eindruck der WZ-Reporterin am vergangenen Samstag.

Doch es ist ein etwas anderes „Einkaufsgefühl“. Wie leergefegt waren zum Beispiel die Gänge der City-Arkaden. Das normalerweise belebte Einkaufszentrum wirkte fast wie ausgestorben. Gruppen von Schülern, für die die Mall vor Corona der Treffpunkt in der City war, waren zum Beispiel gar nicht zu sehen. Kein Wunder: Wer die Arkaden betreten wollte, musste erst einmal an Sicherheitsleuten vorbei. Besucher werden gebeten, das Gebäude nur für den Einkauf zu nutzen — und im Anschluss wieder zügig zu verlassen. Angesichts der vielen geschlossenen Ladenlokale gibt es aber auch kaum Gründe, dort lange zu verweilen — was auch Absicht ist.

Für Fatih Izci, Besitzer des Obstgeschäfts „Fruchtkorb“ auf der ersten Etage, ist das allerdings ein großes Problem. „Mittlerweile kommen am Tag nur noch um die 30 Leute und kaufen Obst für ein bis zwei Euro. Ab 15 Uhr kommt dann keiner mehr.“

Die Grundversorgung
ist gewährleistet

Ein Grund dafür sei, dass viele Wuppertaler gar nicht mehr wüssten, dass außer Akzenta noch weitere Läden geöffnet haben, erklärt Izci. „Viele sind abgeschreckt von der Präsenz der Sicherheitsleute und glauben, die Arkaden nicht mehr betreten zu dürfen. Deswegen gehen die meisten Besucher direkt zum Eingang des Supermarktes“, sagt er.

Thomas Pusinelli gehört zu den Händlern, die ihren Laden bereits Mitte März schließen mussten. Die Waren im „Lichtblick“ gibt es jetzt nur noch geliefert. Bilder gibt es vor allem bei Facebook. Und der Chef bringt den Schmuck mitunter persönlich vorbei. Zu Fuß. Quer durch die Stadt. Er sei Sportler, sagt Pusinelli. „Da ist das eine willkommene Trainingseinheit.“ Doch auch, wenn er relativ locker wirkt. Natürlich sei die Schließung ein Schlag. Die Laufkundschaft fehle ihm, wie vielen anderen auch. Es bleibe die Hoffnung auf den 20. April. Doch so recht will Pusinelli nicht daran glauben.

„Die Grundversorgung ist gesichert“, betont Centermanagerin Katrin Becker. Mehr ist aktuell auch gar nicht erlaubt. Im Foodcourt herrscht ebenfalls Leere. Die Gastronomiebetriebe dürften ihre Sitzbereiche nicht betreiben und haben deshalb geschlossen, so Becker. Einzige Ausnahme: „Ciao Bella“ bietet alle Speisen „to go“ an und betreibt derzeit auch einen Lieferservice.

Ähnlich ist die Situation auch in der Rathaus-Galerie. Edeka, Rossmann und der Bäcker Dahlmann halten die Stellung. „Geschäfte des täglichen Bedarfs“, erklärt Center-Managerin Michaela Spatz-Feddeck. Schon im Eingangsbereich und über die Sprechanlage würde darauf hingewiesen, dass auch nur Kunden dieser drei Geschäfte die Rathaus-Galerie betreten dürfen und entsprechende Sicherheitsvorschriften, Verordnungen und Allgemeinverfügungen eingehalten werden müssen, so Spatz-Feddeck. Klebebänder auf dem Boden mahnen den richtigen Abstand an. Zudem hätten die einzelnen Läden auch noch eigene Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Für Diskussionen sorgte allerdings eine kurzfristige Sperrung des Eingangs am Willy-Brandt-Platz. So sollte verhindert werden, dass Passanten die Rathaus-Galerie als reine Durchgangspassage nutzen, was, so Spatz-Feddeck noch häufiger vorkommt. Bei Facebook wuchs die Kritik. Insbesondere ältere Menschen hätten Probleme mit dem Umweg. Nach Gesprächen mit der Diakonie, einem der Mieter der Rathaus-Galerie, die das ebenfalls kritisierte, habe man sich entschlossen, die Sperrung wieder aufzuheben, so die Center-Managerin. Sie appelliere an die Elberfelder, das Zentrum nur wie vorgesehen zum Einkaufen zu nutzen.

Groß ändern könnte sich an der Situation der Malls frühestens ab 20. April wieder etwas. Doch zumindest gab es am Samstagvormittag eine interessante und eher ungewohnte Momentaufnahme: Da wirkte die Rathaus-Galerie nämlich, was den Kundenstrom anging, belebter als die City-Arkaden.