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Wuppertaler Coronatagebuch: „Es geht uns besser, aber noch nicht gut“

Corona-Tagebuch : „Es geht uns besser, aber noch nicht gut“

Claudia und Stefan Porrmann gehörten zu den ersten Corona-Infizierten in Wuppertal. Ihre Quarantäne wurde jetzt verlängert.

Gut zwei Wochen sind Claudia und Stefan Porrmann aus Wichlinghausen nun schon in Quarantäne, nachdem sie, wie berichtet, nach ihrem Skiurlaub in Südtirol positiv auf das Coronavirus Covid 19 getestet worden waren. „Es geht uns zwar etwas besser, aber noch nicht wirklich gut“, berichtete Stefan Porrmann am Mittwoch. Die zwei Wochen, mit denen er anfangs vielleicht gerechnet hatte, sind jedenfalls verstrichen, ohne dass absehbar wäre, wann sie das Schlimmste überstanden haben. Ursprünglich galt ihre Qarantäne, die sie in den eigenen vier Wänden hält, bis vergangenen Montag, doch bereits am Sonntag kam vom Gesundheitsamt, das täglich mit den Porrmanns Kontakt hält, die Nachricht, dass diese auf zunächst unbestimmt Zeit verlängert ist.

Weiterhin würde sich der 54-Jährige gar nicht in der Lage fühlen, groß nach draußen zu gehen. Allein der Weg zwei Etagen nach unten zum Briefkasten oder zum Abholen der Versorgungspakete, die Freunde dort abstellen, sei beschwerlich genug. Mehr als eine halbe Stunde am Stück auf der Dachterrasse ist trotz des schönen Wetters auch noch nicht möglich. „Dann müssen wir uns wieder hinlegen“, so der Barmer, der schätzt, dass das Paar weiterhin 70 Prozent des Tages in der Horizontalen verbringt - auch weiter in getrennten Zimmern.

Weiterhin sei es so, dass die Symptome wellenförmig aufträten. Da dächte man vielleicht, man sei über den Berg, weil Kopfschmerzen nachließen oder der zwischendurch verschwundene Geschmackssinn wieder da wäre, dann komme aber der nächste Rückschlag mit Schwitzen und Frieren. Dazu der Husten, der bisher nie ganz weggegangen sei. Einen Arzt haben beide bisher nicht konsultiert, sich mit dem Schmerzmittel Paracetamol aus der Hausapotheke versorgt. „Wenn es zu schlimm wird, rufen Sie die 112 an“, lautet die Anweisung vom Gesundheitsamt.

Dass die Krankheit auch bei anderen ähnlich zäh verlaufe, haben die Porrmanns von Bekannten aus dem Skiurlaub aus Bayern, Frankfurt und Essen erfahren, die sich ebenfalls angesteckt hatten und mit denen man natürlich ständig in digitalem Kontakt ist. Die Zeit dafür ist ja da. Nachrichten lesen, über das Fernsehen auf dem Laufenden bleiben, ein paar Runden zu Fuß im Flur drehen, dazu reicht auch die Kraft.

„Langsam wird es zäh“, gibt Stefan Porrmann zu. Erneut getestet werden beide übrigens erst, wenn alle Symptome verschwunden sind: „Und davon sind wir noch weit entfernt.