Wuppertaler CDU-Spitze klärt Parteimitglieder über OB-Kandidaten auf

Oberbürgermeister-Wahl : CDU ruft Mitglieder zur Kandidatensuche auf

Kreisvorstand und Fraktionsspitze erklären Irritationen bei der Wahl des OB-Kandidaten.

Um Irritationen unter ihren Mitgliedern auszuräumen, haben der CDU-Kreisvorstand und die CDU-Fraktionsspitze in einem gemeinsamen Schreiben die Parteimitglieder über den Stand der Findung einer OB-Kandidatin beziehungsweise eines Kandidaten informiert.

In dem Schreiben erläutern der Kreisvorstand mit Matthias Nocke an der Spitze und die Fraktionsvorsitzenden Ludger Kineke und Hans-Jörg Herhausen, dass sich CDU und Grüne seit Frühjahr 2019 in einem Findungsprozess befinden. Der Vorschlag, Prof. Uwe Schneidewind als Kandidaten in Erwägung zu ziehen, sei früh erfolgt. Prof. Schneidewind sei von einem einzelnen Mitglied ohne Rücksprache mit dem damaligen Vorsitzenden und den Gremien gefragt worden. Über seine Antwort seien die Verantwortlichen in der CDU bis Anfang Mai nicht unterrichtet gewesen.

Nach dem Kreisparteitag habe der neu gewählte geschäftsführende Vorstand mit den Grünen einen Neustart in der Kandidatensuche vereinbart. „Im Ergebnis konnten wir uns jedoch letztlich nicht mit dem Programm von Prof. Schneidewind identifizieren“, heißt es. Dies habe die CDU den grünen Partnern Ende September mitgeteilt. Die FDP habe dies zuvor in Gesprächen deutlich werden lassen. Die CDU habe aufgrund des Wegfalls der Stichwahl unverändert dafür geworben, zu dritt einen gemeinsamen Kandidaten zu nominieren. Deshalb habe es zu Beginn der vergangenen Woche zwischen den drei Parteien und einer potenziellen Bewerberin ein Gespräch gegeben. Dabei dürfte es sich um Barbara Reul-Nocke gehandelt haben.

„Am darauffolgenden Dienstag fand eine Mitgliederversammlung der Grünen statt, deren Ergebnis uns wie folgt übermittelt wurde: Eine gemeinsame OB-Kandidatur sei nur mit Prof. Schneidewind möglich“, so die CDU. Am Mittwoch habe der erweiterte Kreisvorstand der CDU (Kreiskonferenz) in großer Übereinstimmung das Angebot, Prof. Schneidewind als gemeinsamen OB-Kandidaten mitzutragen, abgelehnt. Gleichzeitig habe sich die Kreiskonferenz für die Nominierung eines gemeinsamen Kandidaten von CDU, Grünen und FDP ausgesprochen. Sollte dieses Ziel nicht zu erreichen sein, werde die CDU einen eigenen Bewerber aufstellen.

Am Donnerstag habe der Vorsitzende Matthias Nocke Prof. Schneidewind über die Entscheidung der CDU in einem persönlichen Gespräch informiert. Gleichzeitig habe die CDU das Ergebnis der Kreiskonferenz veröffentlicht.

Am vergangenen Freitag sei durch eine Indiskretion eine weitere Kandidatin mit der Oberbürgermeisterwahl in Verbindung gebracht worden. Die WZ wie auch andere Medien berichteten über eine mögliche Kandidatur von Barbara Reul-Nocke für die CDU. „Der Prozess der Kandidatenfindung der CDU wurde dadurch stark erschwert“, heißt es in dem Brief an die Parteimitglieder. Und weiter im Wortlaut: „Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Ihre Vorschläge und Anregungen zur Gestaltung des Prozesses der Kandidatensuche mitteilen würden, und freuen uns dazu über jede Rückmeldung. Die CDU wird in der Kandidatenfrage neu denken und mit neuem Schwung an den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kommunalwahl im neuen Jahr arbeiten.“

Die CDU-Spitze war in den vergangenen Tagen auch in Leserbriefen in der WZ mit dem Vorwurf „Vetternwirtschaft“ konfrontiert worden, da es sich bei Barbara-Reul Nocke um die Ehefrau des Parteivorsitzenden Matthias Nocke handelt. ab

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