Wuppertaler Börse verweigert AfD den Zutritt zu Vortrag

Wuppertaler Börse verweigert AfD den Zutritt zu Vortrag

Die Partei soll nach Informationen der Veranstalter den Abend stören wollen. Deshalb macht man von seinem Hausrecht Gebrauch.

Wuppertal. Die AfD ist bei einem Diskussionsabend am Mittwochabend unter dem Titel „Kulturkampf von Rechts — und die neue deutsche soziale Frage“ in der Börse nicht willkommen. Lukas Hegemann, Geschäftsführer des Hauses, hat am Dienstag mitgeteilt, dass Mitgliedern der Partei der Zutritt in die Börse verwehrt wird und nötigenfalls Hausverbote erteilt werden.

Der Börse hat nach eigener Aussage Kenntnis von einem per Mail verbreiteten Rundschreiben von Peter Hoppe, AfD-Bezirksvertreter Elberfeld-West. Darin werde angekündigt: „Unter dem Titel ,Kulturkampf von Rechts — und die neue deutsche soziale Frage’ hält ein gewisser Richard Gebhardt einen Vortrag mit anschließender Diskussion. Der Knabe arbeitet auch für Verdi. Somit dürfte natürlich klar sein, was da kommt. :-) Wer von Euch hat also Lust auf ein bisschen subversive Tätigkeit und würde mitkommen? Natürlich würden wir schön inkognito dort hingehen... :-)“

Auf diese Ankündigung reagiert die Börse mit einem strikten AfD-Verbot bei der Veranstaltung heute Abend. Geschäftsführer Hegemann betont: „Wir, die Börse und ihre Mitarbeiter haben keine Lust auf subversive — also in gutes Deutsch übersetzt — aufwieglerische, umstürzlerische oder staatsfeindliche Tätigkeiten von Mitgliedern der AfD oder anderen rechtspopulistischen Organisationen und Parteien in unserer angekündigten Veranstaltung.“

Der gewerkschaftsfeindliche Tonfall und die Provokationsstrategie bestätigten eine Kernthese des zu erwartenden Vortrags: „Es geht diesen ,Verfechtern der freien Meinungsäußerung’ faktisch um die Störung der öffentlichen Debatte und die Herabsetzung von Menschen mit anderen politischen Meinungen.“

Bei dem Vortrag von Politikwissenschaftler Richard Gebhardt wird die Spaltung der politischen Kultur durch Rechtspopulisten thematisiert. Nach dem Vortrag soll es eine Diskussion geben. Start ist am 8. November um 19 Uhr in der Börse, Wolkenburg 100. Red

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