Wuppertaler Bibliothek für Briefmarkensammler hat eine neue Heimat

Hobby : Briefmarkensammler finden Platz für Bibliothek

Die Philatelistische Arbeitsgemeinschaft richtet Räume an der Konsumstraße ein.

Hans-Jürgen Dobiat und seine Mitstreiter haben noch einige Kisten Arbeit vor sich. Dutzende stehen zum Auspacken bereit. Ihr Inhalt: Lektüre, philatelistische um genau zu sein, also für Briefmarkensammler. Nicht nur klassische Bücher, sondern auch Kataloge und Zeitschriften, dazu der Bestand einiger bundesweiter Arbeitsgemeinschaften. An die 20 000 Medien dürften es sein, die die Philatelistische Bibliothek Wuppertal ihr eigen nennt. Sie gehört damit zu den vier großen in Deutschland, „von denen wir aber wiederum die kleinste sind“, erklärt Dobiat, Vorsitzender der Philatelistischen Arbeitsgemeinschaft (Philag) in Wuppertal. Der Umzug in die neuen Räume im ehemaligen Happich-Gelände an der Konsumstraße ist in vollem Gang. Die ersten Regalmeter sind schon aufgebaut. Schnellstmöglich will der Verein wieder Ausleihen in Wuppertal anbieten.

Für einen sicheren Stand der Regale gab es 100 Kernbohrungen

Denn seit längerem sind nur noch Fernleihen möglich. Der alte Standort in der ehemaligen Sagan-Kaserne an der Lise-Meitner-Straße war zu klein geworden, zudem brach im vergangenen Jahr ein tragendes Regal zusammen, sodass das Betreten der Bibliothek die Gefahr barg, von Büchern „erschlagen“ zu werden“.

Am neuen Standort, der bis 1978 die Konsumgenossenschaft beherbergte, ehe Happich den Komplex kaufte, gibt es jetzt mit 170 Quadratmetern deutlich mehr Platz und auch einen kleinen Extraraum mit Sitzmöglichkeiten. Etwas knifflig, so Dobiat, sei es gewesen, das Gefälle der Fläche beim Aufstellen der Regale zu berücksichtigen. 100 Kernbohrungen musste man vornehmen, damit alles sicher steht.

Spätestens im neuen Jahr soll der Betrieb wieder voll laufen. Zum Geburtstag von Friedrich Engels hat die Philag, die gut 40 Mitglieder hat, einiges vor. So ist unter anderem eine Ausstellung geplant und zum 28. November soll es zudem einen Sonderstempel zu Ehren des berühmten Barmers geben. So ganz haben die Wuppertaler Sammler auch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Deutsche Post Engels doch mit einer eigenen Briefmarke ehren wird. Im vorläufigen Ausgabeprogramm für 2020 hatte das Finanzministerium als Herausgeber der Briefmarken in Deutschland Engels nicht berücksichtigt (die WZ berichtete). Man stehe aber in der Nachrücker-Liste, falls ein anderes Thema rausfallen sollte, auf Platz eins, habe Dobiat mittlerweile erfahren. est

www.pbwuppertal.de

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