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Wuppertaler Autorin: Kiwi-Liederbuch ausgezeichnet

Kultur : Kiwi-Liederbuch ausgezeichnet

Hinter Buch und Programm steckt Musikschullehrerin Hayat Chaoui.

Mit den Eltern und ihren kleinen Kindern singen, ohne Vorkenntnisse, ohne Anmeldung und völlig kostenfrei: „Kinder- und Wiegenlieder aus aller Welt“ ist der Name des Programms der Bergischen Musikschule in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum Wuppertal. Die jeweils ersten Buchstaben wurden kurzerhand zu „Kiwi“. Was als Frucht begann, hat mittlerweile die Gestalt des neuseeländischen Vogels angenommen. „In meiner Geschichte macht er sich auf in die Welt, sucht schöne Lieder und lernt das Singen“, sagt Hayat Chaoui. Sie hat ein Liederbuch zusammengestellt – mit 80 Stücken aus 50 verschiedenen Ländern. „Zustande gekommen sind sie in Wuppertal durch die große migrantische Community“, erklärt die Leiterin des Fachbereichs Gesang der Musikschule. Zum Buch ist eine Doppel-CD entstanden mit 62 Aufnahmen. Die nun mit dem „Deutschen Rock & Pop-Preis“ in der Kategorie „Bestes Kinderlieder-Album“ ausgezeichnet wurde.

 Die Stücke aus dem Libanon, Marokko, Iran, Frankreich, Ghana, Indien, der Türkei, Spanien wurden von verschiedenen Musikern eingespielt wie der Wuppertaler Band Royal Street Orchestra oder der Elberfelder Mädchenkurrende oder auch von Muttersprachlerinnen wie einer türkischstämmigen und einer kroatischen Sängerin gesungen. Hauptsächlich aber singt Chaoui selbst – auf Deutsch und in den unterschiedlichen Originalsprachen. Sie studierte Französisch und Englisch, spricht Arabisch. „Alles andere musste ich mit meinem musikalischen Ohr abhören“, sagt sie schmunzelnd. Auf Youtube hörte sie sich Originalaufnahmen an.

Über Musik Menschen abholen und Integration ermöglichen

Miteinander singen – dazu sollen Eltern mit ihren Kindern motiviert werden. Chaoui will über Musik Menschen abholen: „Wenn man jemanden wertschätzend annimmt, dann kann da auch was aufgebaut werden und dann kann Integration passieren“, erklärt sie. „Wenn Sie im Ausland sind und plötzlich spricht Sie jemand in Thailand auf Deutsch an, da passiert etwas emotional mit Ihnen. Sie sind erstaunt und freuen sich, dass jemand bemüht ist, Ihre Sprache zu sprechen.“ Das gehe auch andersherum. Und die Arbeitssprache Deutsch sei sowieso immer dabei, beschreibt sie den Ansatz des Kiwi-Programms, das normalerweise an neun Standorten in Wuppertal stattfindet.

Um im coronabedingten Lockdown mit den Eltern und ihren Kindern Kontakt zu halten, haben die Gesangspädagoginnen eine Aktion gestartet. Auf der Homepage der Musikschule gibt es jede Woche Mitmachvideos – zum Mitsingen, Lernen und Mittanzen. Außerdem gibt es eine Hörspielreihe mit dem tierischen Neuseeländer, der in Wuppertal eintrifft. Ein Gewinnspiel steuert die Musikschule bei. Kinder bis zehn Jahre können einen Kiwi an ihrem jeweiligen Lieblingsort malen – und ihn als Plüschtier gewinnen. Am 9. April ist Einsendeschluss, per Mail: bergische.musikschulestadt.wuppertal.de oder an: Hofaue 51, 42103 Wuppertal, Zimmer: 212.