Wuppertaler angestellte Lehrer protestieren für einen Tarifvertrag

Wuppertaler angestellte Lehrer protestieren für einen Tarifvertrag

30 Demonstranten forderten vor den City-Arkaden eine finanzielle Gleichstellung mit verbeamteten Lehrkräften.

Elberfeld. Mit Transparenten und Schirmen, begleitet von einem dynamischen Trommeln, haben am Donnerstagnachmittag vor den City-Arkaden rund 30 Lehrer demonstriert — initiiert von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in NRW (GEW), für einen eigenen Tarifvertrag.

Auf den warten die angestellten Lehrkräfte nach Inkrafttreten des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst und der Ablösung des Bundesangestelltentarifes (BAT) seit 2006 vergeblich. Betroffen sind rund 40.000 angestellte Lehrer in Nordrhein-Westfalen, die gegenüber den rund 80.000 bis 100.000 Beamten Nettoeinbußen von monatlich mehr als 500 Euro hinnehmen müssen.

„Wir leben in einem Abhängigkeitsverhältnis nach Gutsherrenart“, skizziert Egbert Fröse, Lehrer an der Gesamtschule Langerfeld, die Situation. „Schulministerin Sylvia Löhrmann und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verstecken sich hinter der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), da sie als Land von ihr abhängig seien. Wir wollen mit unserer Aktion ,Alle Jahre wieder’ darauf hinweisen, dass bislang noch keine Klärung in Sicht ist“, so Fröse weiter.

Zwar gebe es derzeit erste vorsichtige Gespräche zwischen der GEW und der TdL, doch man habe das Gefühl, dass man verbeamtete und angestellte Lehrer gegeneinander ausspielen möchte, vermutet Helga Krüger, verbeamtete Lehrerin an der Hauptschule Vohwinkel, von der GEW Wuppertal. „Auch wir Beamte wenden uns strikt dagegen und zeigen uns solidarisch, denn wir wollen nicht unter einem Arbeitgeberdiktat stehen“, sagt Krüger.

Auch Rainer Kriegel, Grundschullehrer an der Eichenstraße, sehnt ein Ende des Zustandes herbei: „Rund 20 Prozent aller Landesbediensteten haben einen Tarifvertrag, nur Landesbedienstete Lehrer nicht. Zudem leben wir in einem Land, in dem die Tariftreue sogar Gesetzesrang hat“, sagt Kriegel und empfindet den Satz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ und die Aussagen des Arbeitsministers als Hohn.

Bereits vor einem Jahr wurde die Aktion an gleicher Stelle durchgeführt. Auch damals war das Ziel der Demonstranten, dass die Landesregierung in Verhandlungen mit der GEW tritt. Bislang ist das allerdings nicht geschehen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung