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Wuppertaler Ämter: Stress auf beiden Seiten

Lange Wartezeiten bei Ämtern : Stress auf beiden Seiten

WZ-Autor Daniel Neukirchen glaubt, dass es bei den Behördengängen in der Corona-Krise besonders auf gegenseitige Rücksichtnahme ankommt.

Der städtische Ämter-Apparat wird in der Corona-Krise auf die Probe gestellt. Dass sich Behörden während einer Pandemie umstellen müssen und in der Folge einige Vorgänge komplizierter werden und erst einmal eingeübt werden müssen, ist klar. Verständnis für beide Seiten des Schreibtischs ist angebracht. Auf der einen Seite sitzen die Sachbearbeiter, deren Leistung an sich sehr lobenswert ist, denn in einigen Ämtern wie etwa dem Einwohnermeldeamt haben sie während der gesamten Pandemie den Kopf hingehalten und setzen sich bis heute weiter dem täglichen Kundenverkehr aus. Auf der anderen Seite stehen aber die Bürger, die sich im besten Fall nur an andere Spielregeln gewöhnen müssen und im schlechtesten Fall vor ernsthaften Problemen stehen. Da gibt es eben die sozialen Notfälle, die plötzlich ihre Hilferufe per Mail oder Telefon senden müssen. „Das ist doch heutzutage kein Problem mehr“, wird sich da sicher der eine oder andere denken. Man sollte aber einkalkulieren, dass der Behördenkontakt auf Distanz für manche Menschen eine weitere Barriere hinter vielen anderen Barrieren ist. Die Corona-Krise ist in gewisser Hinsicht wie eine Massenkarambolage, nach der plötzlich alle Autos kreuz und quer auf der Kreuzung stehen. Wie fährt man jetzt weiter? Das geht im ersten Moment nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme und nicht mehr innerhalb der vorgezeichneten Linien.