1. NRW
  2. Wuppertal

Wuppertal: Zweieinhalb Jahre für versuchte schwere Brandstiftung

Ölberg : Zweieinhalb Jahre für versuchte Brandstiftung

33-Jähriger hatte sein Sofa angesteckt und die Wohnung am Ölberg verlassen.

Die Geschichte hätte anders ausgehen können. Die Feuerwehr fand nur einen Schwelbrand, Rauch und Ruß. Aber wenn das Fenster geplatzt wäre, hätte das Feuer neuen Sauerstoff bekommen und das ganze Haus gefährdet. Das erklärte ein Brandsachverständiger vor dem Amtsgericht. Dort musste sich am Donnerstag ein 33-Jähriger verantworten, der im Januar in seiner Wohnung im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Wirker Straße Feuer gelegt hatte.

Eine Nachbarin, die zu Hause war, hatte den Brand gerochen, Rauch im Treppenhaus entdeckt, die Feuerwehr alarmiert und die anderen anwesenden Bewohner des Hauses herausgeschellt. Verletzt wurde niemand. Nur die Brandwohnung hatte größere Schäden.

Der Angeklagte gab die Vorwüfe freimütig zu: „Ich habe Papier genommen, angezündet und auf die Couch gelegt.“ Dann habe er seinen schon gepackten Rucksack genommen und sei gegangen. „Dass das Feuer auf das Haus überspringen kann, war mir bewusst. Das gebe ich zu.“ Und: „Es tut mir sehr leid.“ Eine nachvollziehbare Erklärung für sein Vorgehen kann er nicht direkt geben. Die ergibt sich erst während des Prozesses.

„Es fing alles an mit dem Drogenkonsum“, sagt er. Und: „Ich war leicht psychotisch, habe Stimmen gehört.“ Er habe auch Kopfschmerzen gehabt. „Als Kurzschlussreaktion habe ich das Feuer gelegt.“

 Er war nach einer längeren stabilen Phase in eine Krise geraten: Vor Jahren war er aus der Psychiatrie in ein Wohnheim, dann in die Wohnung gezogen, wurde dort weiter betreut. Dann ging die Beziehung zu seiner Freundin in die Brüche, seine Betreuer waren aus verschiedenen Gründen länger nicht erreichbar. Nach vielen drogenfreien Jahren nahm er wieder Cannabis und Amphetamine. Einen Therapieversuch in einer Klinik bracht er ab. Verwüstete in einem Frustanfall seine Wohnung. Und legte das Feuer. Zwei Tage später meldete er sich reumütig bei seinem Betreuer.

Der Staatsanwalt sagte, sein Vorgehen sei eine Kopie seine Verhaltens Jahre zuvor. Damals hatte er ebenfalls unter Drogen seine damalige Wohnung angesteckt. Und war anschließend in die Psychiatrie eingewiesen worden. Ein psychiatrischer Sachverständiger machte allerdings deutlich, dass seine Steuerungsfähigkeit bei der aktuellen Brandstiftung nicht eingeschränkt war. Denn er habe zielgerichtet gehandelt und nicht wie unter einem psychotischen Schub.

Das Gericht hielt ihm zu Gute, dass er eigentlich Hilfe suchte. Andererseits habe er Menschen gefährdet und sei ein Wiederholungstäter. Es verurteilte den Angeklagten wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu zweieinhalb Jahren Haft. Die will der 33-Jährige für eine Therapie nutzen.