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Wuppertal: Zu Hause Gepflegte werden später geimpft

Geduld gefragt : Zu Hause Gepflegte werden später geimpft

Große Hoffnungen liegen auf den Impfungen gegen das Coronavirus, die am 27. Dezember beginnen sollen. Aber ein großer Anteil der Menschen mit hohem Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, wird sich noch gedulden müssen.

Große Hoffnungen liegen auf den Impfungen gegen das Coronavirus, die am 27. Dezember beginnen sollen. Aber ein großer Anteil der Menschen mit hohem Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, wird sich noch gedulden müssen: Die Menschen, die zu Hause gepflegt werden.

Ute Köhler (63) pflegt ihren Mann (86). Er gehört schon allein wegen seines Alters zur Hochrisikogruppe. Wann er gegen das Virus immunisiert werden kann, weiß sie nicht: Bisher habe sie dazu noch nichts gelesen, sagt sie. In den veröffentlichten Prioritätenlisten kommen nur Bewohner von Heimen vor.

Dabei werden drei Viertel der Pflegedürftigen zu Hause versorgt. Gut 14 000 Menschen in Wuppertal haben einen anerkannten Pflegegrad, mehr als 10 000 davon (74 Prozent) leben zu Hause oder bei Angehörigen (Stand Ende 2017).

Wann und wie diese geimpft werden, „ist noch nicht abschließend geklärt“, erklärt Andre Altermann, Vorsitzender der kassenärztlichen Vereinigung (KV) Wuppertal. Die KV organisiert mit dem Land und dem städtischen Krisenstab die Impfungen. „Man versucht, eine Lösung zu finden“, versichert Krisenstabsleiter Johannes Slawig.

Das Problem ist die Empfindlichkeit des Wirkstoffs von Biontech/Pfizer, der als erstes zugelassen wurde. Er muss lange auf -70 Grad gekühlt werden, zudem kann er erst kurz vor der Impfung aufbereitet werden. „Man kann also nicht den Arzt mit der Spritze im Rucksack losschicken“, so Slawig. Zudem wird der Wirkstoff in größeren Portionen geliefert, daher kann bei einem Patienten nicht nur eine Spritze aufbereitet werden.

Gesundheitsdezernent Stefan Kühn verweist darauf, dass die ersten Lieferungen – zugesagt seien 5600 Dosen für 2800 Menschen bis Ende des Jahres – nicht einmal reichen werden, alle 3000 Heimbewohner und etwa ebenso viele Beschäftigte in Wuppertal zu impfen. Daher müssen auch zu Hause Gepflegte auf größere Impfstofflieferungen warten. Wer mobil ist, kann dann im Impfzentrum geimpft werden. „Große Hoffnung setzen wir auf die Bereitstellung von Impfstoff durch weitere Hersteller, insbesondere die einfacher zu handhabenden Impfstoffe“, erklärt Andre Altermann. Damit könnten dann Hausärzte Pflegebedürftige bei Hausbesuchen impfen.

Ob dabei dann auch gleich die pflegenden Angehörigen geimpft werden können, „ist derzeit noch ungeklärt“, so Christopher Schneider von der KV Nordrhein.