Wuppertal: WSW widerspricht Seilbahngegnern bei Fahrgastzahlen

Diskussion : WSW widerspricht Seilbahngegnern bei Fahrgastzahlen

Den von der Initiative Seilbahnfreies Wuppertal veröffentlichten Fahrgastzahlen widersprechen die Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Sie beruhten auf falschen Hochrechnungen.

Die Bürgerinitiative hatte in einer Pressemitteilung erklärt, die in dem von den WSW beauftragten Gutachten genannten Fahrgastzahlen für die Seilbahn von 18 000 seien zu hoch, mit den wahren Zahlen sei die Seilbahn nicht förderfähig. Dabei beruft sie sich auf Zahlen, die ihr von den WSW genannt worden seien. Diese zeigten, „dass auf den gesamten Südhöhen auf bis zu acht Linien weniger als 15 000 Fahrgäste fahren“. Und bei näherer Betrachtung könnten davon weitere nicht mitgerechnet werden, weil sie die Seilbahn nur über Umwege nutzen können. Übrig blieben nur knapp 6500 Fahrgäste von und zur Universität am Tag.

Dazu erklärt Sabine Schnake, Projektleiterin bei den WSW: „Die vom Verein Seilbahnfreies Wuppertal veröffentlichten ‚neuen Zahlen‘ zur Nutzung der Seilbahn sind falsch. Damit ist auch die Behauptung wahrheitswidrig, die Seilbahn sei nicht förderfähig.“

Sie erklärt, dass die im Gutachten angenommenen Fahrgastzahlen mit Hilfe von Ingenieurbüros berechnet und von verschiedenen Seiten geprüft worden seien. Die von der Bürgerinitiative benutzten VRR-Daten dagegen beruhten auf einer zur Berechnung ungeeigneten Grundlage: Sie würden in vier jeweils dreiwöchigen Zählperioden erhoben und könnten nur mit Hilfe von spezialisierten Ingenieurbüros auf das Jahr hochgerechnet werden.

„Die Rohdaten stellen nur eine Teilmenge der Fahrgäste dar. So werden beispielsweise Kunden mit NRW-Tickets und City-Tickets der Bahn nicht berücksichtigt. Ein externer Gutachter kann diese Hochrechnung nur seriös vornehmen, wenn er auch das gesamte Fahrtenangebot inklusive Fahrzeuggröße in den jeweiligen Zählschichten und die im VRR-System hinterlegten Hochrechnungsfaktoren kennt.“ Darüber hinaus seien die Daten der Stadtwerke Remscheid auf der Linie 615 nicht enthalten.

„Zusammengefasst sind die dem VRR vorliegenden Zahlen nicht geeignet, um qualifiziert Rückschlüsse auf die Fahrgastzahlen zu ziehen“, so Sabine Schnake.

(kati)
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