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Wuppertal: Wohnungen und Kita für Heidter Carré

Heckinghausen : Heidter Carré bekommt Mietwohnungen mit Kita

Neubau auf dem ehemaligen Bremme-Gelände soll im Frühjahr 2019 beginnen.

. Mietwohnungen und Kindertagesstätten fehlen in Wuppertal. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal (GWG) will dieses Doppelproblem mit einer Investition von rund elf Millionen Euro im kommenden Jahr angehen. Auf dem noch freien Areal des ehemaligen Bremme-Geländes zwischen Heidter Berg und der Unteren Lichtenplatzer Straße sollen auf vier Geschossen ab dem Frühjahr 2019 28 Wohnungen entstehen.

Im Erdgeschoss des „Heidter Carré“ genannten Neubaus soll gleichzeitig eine Kindertagesstätte gebaut werden. Deren Betrieb wird die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Wuppertal verantworten. Zu Beginn des Kindergartenjahres am 1. August 2020 soll die Tagesstätte nach jetzigem Planungsstand öffnen.

„Und nach meinem Verständnis ist es das erste Mal, dass in Wuppertal bei einem Neubau Wohnungen und eine Kita zusammen entstehen“, sagt Oliver Zier, Geschäftsführer der GWG. Die GWG wird dabei als Projektträger fungieren, die AWO wird zur Betreiberin der neuen Kita.

„Dieses Modell ist auch neu für uns“, sagt Renate Warnecke, die Vorsitzende des AWO Kreisverbands Wuppertal. Im Frühjahr 2018 habe man sich laut AWO-Geschäftsführer Frank Gottsmann dabei zum ersten Mal mit der GWG zusammengesetzt. „Und in den Entwurf konnten wir als freier Träger auch Ideen einbringen“, sagt er.

Mietwohnungen und Kita wurden von Beginn an zusammen geplant

Die neue Kooperation hat viele Gründe. Beiden Partnern ist daran gelegen, sich auf ihre Weise an der Schaffung von neuen Kinder-Betreuungsplätzen zu beteiligen. „Und da sind wir der Meinung, dass jeder das tun kann, was er am Besten kann“, sagt Oliver Zier.

Dass man an die AWO mit dem Kooperationsvorschlag herangetreten sei, sei auch positiven Erfahrungen anderswo zu verdanken. „In Essen zum Beispiel hat die Zusammenarbeit mit der AWO große und schöne Tradition“, sagt Zier.

Die AWO Wuppertal selbst sieht sich aufgrund des Mangels an Kita-Plätzen dabei sogar in der Pflicht. „Seit 2017 übernimmt die Stadt den Eigenanteil bei neu geschaffenen Kitas“, sagt Frank Gottsmann. „Das heißt, es ist quasi unsere Pflicht da mit einzusteigen.“ Für Oliver Zier von der GWG habe dabei schon seit den ersten Überlegungen zum „Heidter Carré“ festgestanden, dort eine Kita mitzuplanen.

Zu den geplanten 2500 Quadratmetern an Wohn- kommt dabei eine Kita-Fläche von 800 Quadratmetern hinzu. Vier Gruppen, etwa 65 bis 70 Kinder, sollen sie bevölkern. Nach den jetzigen Planungen soll es neben einer Backstein-Fassade auch einen besonderen Mehrzweckraum bei der Kita geben. „Das soll ein Begegnungsraum für Mieter und die Kita werden“, sagt AWO-Geschäftsführer Frank Gottsmann. Er hofft dabei auf sich entwickelnde Formen der ehrenamtlichen Unterstützung.

Auch die Anwohner seien laut GWG-Geschäftsführer Oliver Zier schon mit eingebunden worden und zufrieden mit dem Konzept. Dazu gehört als Novum auch eine sogenannten Quartiersgarage unter dem zukünftigen „Carré“. Dabei handelt es sich um eine Tiefgarage für E-Bikes. „Und wir schaffen dabei bewusst Überkapazitäten“, sagt Zier. „Damit wir Ladeplätze auch für Nicht-Mieter im Quartier anbieten können“, sagt er.

Für Elekrofahrzeuge, für die es aktuell zwei Ladestationen in der Tiefgarage geben soll, werde das nicht gelten. PKW-Stellplätze der Mieter sollen aber problemlos mit einer Ladestation nachgerüstet werden können.

Die Verantwortlichen von GWG und AWO sind optimistisch, dass ihr Konzept aufgehen wird. „Das hat ganz sicher Zukunft“, sagt Renate Warnecke. Noch haben AWO und GWG aber keine Verträge unterschrieben.

Die Baugesellschaft muss sich aktuell auch noch um die Baugenehmigung bemühen. Auch sei es laut Oliver Zier zurzeit schwierig, geeignete Baupartner bei der Vergabe zu bekommen. Trotzdem glaubt er fest an einen Baubeginn 2019.