Wuppertal: Wird das Art-Hotel doch nicht die siebte Gesamtschule?

Bildung : Wird das Art-Hotel doch nicht die siebte Gesamtschule?

Stadt und Eigentümer sind noch nicht einig über den Preis, Bethe-Stiftung lässt Weiternutzung als Hotel prüfen.

Die Verhandlungen zum Art-Hotel sind ins Stocken geraten. Die Stadt will das Gebäude von der Bethe-Stiftung kaufen, um darin die siebte Gesamtschule der Stadt zu errichten. Doch die Preisvorstellungen liegen offenbar weit auseinander – nach WZ-Informationen zwischen zwei und zehn Millionen Euro. Jetzt soll es eine Bauvoranfrage der Bethe-Stiftung geben, das Gebäude wieder als Hotel zu nutzen.

Da war das einstige Verwaltungsgebäude einer Fabrik der Familie Engels schon einmal. Doch das Konzept, Gäste mit Kunstwerken und Einblicken in hauseigene Künstlerateliers zu locken, trug sich nicht. 2015 vermietete die Bethe-Stiftung das Gebäude ans Land, die darin eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge einrichtete. Als die Zahl der Flüchtlinge zurückging, wurde die ZUE geschlossen, der bis 2025 geschlossene Mietvertrag zum 30. September 2019 gekündigt.

Inzwischen hatte die Stadt Interesse an Gebäude und Grundstück. Denn sie will eine siebte Gesamtschule im Wuppertaler Osten errichten. Nach Prüfung verschiedener Grundstücke entschied man sich für das Art-Hotel. Das soll zum großen Teil abgerissen werden, nur die Fassade stehen bleiben. „Dafür kann ich nicht den Preis eines intakten Gebäudes zahlen“, macht Kämmerer Johannes Slawig (CDU) klar. Die Stadt sei sehr interessiert an dem Standort, denn ein Schulbau dort bedeute auch Stadtentwicklung, so Slawig, „aber nicht um jeden Preis“.

Die Bethe-Stiftung hat offenbar einen Investor, der das Gebäude als Hotel nutzen will. Und damit wohl einen potenziellen Käufer an der Hand, der die Stadt ausstechen kann.

Schuldezernent Stefan Kühn (SPD) beschwichtigt: „Es ist ja naheliegend, dass der Eigentümer einen Plan B hat.“ Auch die Stadt würde im Fall des Scheiterns auf Grundstücke zurückgreifen, die sie bei der Auswahl in Augenschein genommen hat.

Anders als Slawig, der von einem Neustart der Grundstückssuche ausgeht, hält er den möglichen Zeitverlust für nicht gravierend: Die Planungsphase Null habe ja noch nicht begonnen. Er ist zuversichtlich, dass die Gespräche mit der Bethe-Stiftung Mitte Oktober zu einem Ergebnis kommen.

Bei der Finanzierung der Schule, die 45 Millionen Euro kosten soll, verweist er auf die anstehenden Haushaltsverhandlungen. „Es gibt einen Grundsatzbeschluss. Ich gehe davon aus, dass das, was der Rat beschlossen hat, ein ganz wichtiger Eckpunkt in der Haushaltsplanung ist.“

Stiftungsgründer Erich Bethe war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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