Wuppertal wird Afrital

Wuppertal wird Afrital

Am 19. Mai findet im Freibad Mirke das erste Afrika-Kultur-Festival statt. Vereine und Initiativen können sich präsentieren.

Mirke. Wuppertal wird Afrital: Frank Oliver Manss plant mit seinem Team am 19. Mai erstmals ein Afrika-Kultur-Festival im Freibad Mirke. Das Motto: „Come together & feel the Spirit.“ „Wir sind schon ein bisschen aufgeregt“, sagen Manss und seine Partnerin im Gespräch mit der WZ. Die Planungen selbst liefen gerade auf Hochtouren.

Foto: Heiner Mokroß/Fomjam-Music

„Die Idee selbst hatten wir aber schon vor Jahren“, erzählt Manss, der in Remscheid die Booking-Agentur Fomjam-Music betreibt. Doch das Booking allein, also die Organisation von Tourneen und Konzerten, reichte Manss nicht mehr. „Wir wollten auch selbst veranstalten.“

Foto: Heiner Mokroß/Fomjam-Music

Musik spiele natürlich auch bei Afrital eine Rolle, vor allem, da Manss selbst viele Kontakte zu afrikanischen Bands hat. Im Vordergrund stehe am 19. Mai aber die Kultur des „schwarzen Kontinents“. „Hier in Wuppertal, leben viele Menschen mit afrikanischen Wurzeln“, wissen Manss und seine Partnerin. Viele engagieren sich in Vereinen und Initiativen. „Wir wollen ihnen eine Möglichkeit geben, sich zu präsentieren.“ Mit Ständen, durch Aktionen. „Es wird auch keine Standgebühr geben“, kündigt Manss an. Dafür aber einen kleinen Eintritt für die Besucher. Die professionelle Bühne, Booking, Programm — unter anderem wird es auch einen Bereich speziell für Kinder geben —, all das könne man nicht alleine stemmen.

Foto: Heiner Mokroß/Fomjam-Music

Eingeladen ins Freibad Mirke seien natürlich alle Wuppertaler, ganz gleich welcher Herkunft. „Die Entwicklung von Toleranz und Respekt voreinander ist eines der wichtigsten Ziele unserer Arbeit“, so Manss. Mit dem Festival wollen die Veranstalter den kulturellen Austausch und die Kontakte der Menschen in Wuppertal fördern, „um Angst und damit verbundene Vorurteile abzubauen“. Wer sich noch beteiligen möchte, kann sich melden (siehe Infokasten).

Froh sind die Veranstalter über die Kooperation mit dem Freibadverein Pro Mirke. „Das ist ganz wichtig für uns“, sagt Manss. Die Bühne werde im Becken stehen. „Eine ganz neue Atmosphäre“, sind die Organisatoren überzeugt. Sie hoffen aber auch, dass die Mirke durch Afrital noch mehr Aufmerksamkeit als Veranstaltungsort gewinnt. Der Förderverein will bekanntlich das seit längerem fast wasserlose Bad — es gibt „nur“ einen „Pool-in-Pool“ — irgendwann als Naturfreibad neu eröffnen. Über diverse Aktionen versucht der Verein aber, das Bad den Wuppertalern im Bewusstsein halten. So fanden dort schon diverse Kunstevents statt, Filmvorführungen und natürlich Konzerte.

Am 19. Mai wird aber auf jeden Fall um 22 Uhr Schluss sein in der Mirke, wie die Afrital-Macher ankündigen, aus Rücksicht vor den Anwohnern. Geplant ist allerdings eine Aftershow-Party im Café Ada.

Die Premiere von Afrital wird nur am Pfingstsamstag stattfinden. „Es ist ein Pilotprojekt“, so Manss. „Wir wollen aber auf jeden Fall weitermachen.“ In Zukunft vielleicht auch über mehrere Tage. Deshalb hoffen Manss & Co. auf viele Besucher in diesem Jahr. „Sie sollen das Gefühl bekommen, woanders zu sein“, versprechen die Organisatoren.

Einen Fan scheinen sie schon gewonnen zu haben: Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert nannte im WZ-Fragebogen Afrital als eine der Veranstaltungen in ihrem Bezirk, die sie besonders auf dem Schirm habe.

„Ich freue mich tierisch auf die Premiere“, sagt auch Heiner Mokroß von Pro Mirke. Das Freibad sei, was oft vergessen werden, durch seine Freiflächen „eine echte Begegnungsstätte“ und für Kultur und Bewegung ideal. Afrital passe deshalb perfekt in die Mirke. Nicht nur, wie Mokroß schmunzelnd erzählt, „weil ich dann meine eigene Trommel mitbringen kann“.

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