Wuppertal: Waldverjüngung soll Straßenbau ausgleichen

Umwelt : Waldverjüngung soll Straßenbau ausgleichen

Straßen NRW holt Ersatzpflanzungen für den Ausbau von A1 und L418 nach.

Der Landesbetrieb Straßen NRW muss für den Autobahn- und Straßenausbau vergangener Jahre in Wuppertal Ausgleichspflanzungen nachholen. Maßnahmen von rund sechs Hektar waren nicht umgesetzt worden, jetzt gibt es ein Konzept zur ökologischen Aufwertung von bis zu 12 Hektar. Darüber hat das Ressort Umweltschutz in den vergangenen Wochen die politischen Gremien informiert.

Als Straßen NRW die Autobahn A1 sowie die Landstraße L418 ausbaute, wurden auch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf insgesamt 60 Hektar Flächen festgelegt. Das heißt, es sollten wie bei anderen Bauprojekten Grünflächen entstehen oder ökologisch verbessert werden, um die Versiegelung der Flächen mit Asphalt auszugleichen. Vorgesehen war zum Beispiel, am Burgholztunnel eine Fläche mit Fichten ökologisch umzugestalten, zwei landwirtschaftliche Flächen am Pickartsberg aufzuforsten, am Müllheizkraftwerk einen Parkplatz zu entsiegeln oder an der Otto-Hahn-Straße eine Fläche aufzuforsten.

Insgesamt sechs Hektar
fehlten in der Bilanz

Doch diese vier Maßnahmen konnten ebenso wie weitere acht nicht umgesetzt werden, insgesamt sechs Hektar fehlten in der Bilanz. Denn die Eigentümer der Flächen erhoben Einspruch, Landwirte wollten die Flächen nicht hergeben, der Parkplatz am Müllheizkraftwerk wird weiter von der AWG und die Fläche an der Otto-Hahn-Straße möglicherweise für den Ausbau der L419 gebraucht.

Die Stadt hat in den vergangenen zwei Jahren mit Straßen NRW ein Konzept erarbeitet, welche Ausgleichsmaßnahmen Straßen NRW stattdessen vornehmen kann. Das Konzept ist derzeit in der Abstimmung mit der Bezirksregierung. Laut Konzept soll Straßen NRW jetzt für die ökologische Aufwertung von sogar noch mehr Fläche sorgen, die der Stadt, dem Land und Straßen NRW gehören. Für 9,3 Hektar sind bereits mögliche Flächen gefunden.

Landwirte protestieren gegen Umwandlung von Flächen

Dabei handelt es sich auch um Aufforstungen - bisher 1500 Quadratmeter. Aber weil Landwirte gegen weitere Umwandlungen landwirtschaftlicher Fläche protestieren, zu einem großen Teil um „ökologische Umwandlung“ bestehenden Waldes, bisher rund sieben Hektar.

Ziel einer ökologischen Umwandlung ist ein Wald mit Bäumen unterschiedlichen Alters. Dafür werden im Wald kleinere Flächen („Femellöcher“) bestimmt, auf denen Bäume gefällt werden und neue Bäume nachwachsen können. Diese Flächen werden nach und nach vergrößert. Auf diese Weise sollen die Waldflächen bis 2035 in einen jüngeren durchmischten Wald verwandelt worden sein.

Diese Umwandlung ist vor allem für das Waldgebiet Hasenberg in Uellendahl-Katernberg nördlich und südlich des August-Jung-Wegs vorgesehen. Auf einer Gesamtfläche von rund 6,5 Hektar Hektar sollen Roteichen durch Buchen, Wildkirschen, Winterlinden, Bergahorn und Weißtannen ersetzt werden.

„Wir führen bei der Stadt seit 20 Jahren ein Kompensationskataster“, erklärt Heike Oberlüneschloß vom städtischen Ressort Umweltschutz, die sonst Ausgleichsmaßnahmen von Bauprojekten in der Stadt kontrolliert. Dabei hätten sie festgestellt, dass Straßen NRW die festgelegten Ausgleichsmaßnahmen nicht vorgenommen hat. Eigentlich hätten sie zeitgleich mit dem Straßenbau durchgeführt werden müssen. „Diesen Missstand wollten wir abschließend regeln“, erläutert Heike Oberlüneschloß.

Was jetzt noch fehle, sei die rechtliche Umsetzung. Um die neuen Ersatzmaßnahmen durchführen zu können, müssten Verträge geändert werden. Da fehlten noch die Erfahrungen. „Das ist ein Pilotprojekt“, erklärt die Stadtmitarbeiterin.

Auch Heinrich Mendelin von Straßen NRW weist darauf hin, dass noch nicht alle Abstimmungen abgeschlossen sind. Straßen NRW habe für die Maßnahmen rund 1,1 Millionen Euro bereitgestellt.

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