Gewalt und Verzweiflung Wuppertal vor 100 Jahren: Als Erwerbslose die Geschäfte der plünderten

Wuppertal · Das Schreckensjahr 1923 erreichte im November seinen traurigen Höhepunkt - doch die Hilfsmaßnahmen hinkten hinterher.

Ein Blick in die Ausstellung zum Jahr 1923, die noch an diesem Wochenende zu sehen sein wird.

Ein Blick in die Ausstellung zum Jahr 1923, die noch an diesem Wochenende zu sehen sein wird.

Foto: © Gerd Neumann | Wuppertal/Gerd Neumann

Die Schließung von Betrieben, die Zahl der Erwerbslosen, die Notlage in den Städten Barmen und Elberfeld erreichten im November ihren Höhepunkt, doch die Hilfsmaßnahmen hinkten hinterher. Zu Beginn des Monats konnte Barmen täglich 6400 Portionen warmes Essen ausgeben, bis zur Mitte des Monats konnte dies auf 12 000 Portionen erhöht werden, doch man sprach von 20 000 Essen, die eventuell den Hunger stillen könnten. Auch die Qualität der Mahlzeit stand in der Kritik. Robert Daum, der örtliche Gewerkschaftsvorsitzende, sprach von „Wasser mit einem geringen Zusatz von Nudeln“. Die Essen wurden in Schulen ausgegeben und in einigen, wie in den Schulen Eichenstraße und Kleestraße, wurden auch Wärmehallen eingerichtet, weil viele ihre Wohnungen nicht mehr heizen konnten.