Weinfest in Wuppertals Westen Vohwinkel lässt auf dem Lienhardplatz die Korken knallen

Wuppertal · Die Aktion V hatte zum zehnten Mal zu der Erfolgsveranstaltung eingeladen.

Die Stimmung bei den Gästen war ausgelassen.

Die Stimmung bei den Gästen war ausgelassen.

Foto: Otto Krschak

Zum 10. Mal hatte die Aktion V zum Wein- und Schlemmerfest auf den Lienhardplatz eingeladen, und es war nicht nur der warme Sonnenschein, der schon um 16 Uhr am Freitag die Weinkenner und die Weindurstigen zu den Ständen und den aufgestellten Tischen lockte. Es waren auch die angenehme Atmosphäre, die gut gelaunten Menschen, das grüne Laub der zahlreichen Bäume, die den zentralen Platz säumten. Und irgendwie hatte das Fest auch einen persönlichen Charakter, denn die vier Winzer, die für die drei weinseligen Tage von Freitag bis Sonntag nach Vohwinkel gekommen waren, trafen hier ihre Stammkunden, die sie auch das Jahr über regelmäßig mit den goldenen, rosé-farbenen oder roten edlen Tropfen aus den eigenen Weinfässern beliefern. „Da sind wir fast wie eine Familie“, erklärte Uwe Claß vom gleichnamigen Weingut in Vandersheim (Rheinhessen). Er ist es, der mit der Aktion V eng zusammenarbeitet und auch für das Winzerfest in Barmen verantwortlich zeichnet.

Uwe Claß war gleich zu Beginn zum Aktion-V-Tisch zum Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Michael Spitzer und seiner Stellvertreterin Annette Raabe-Vehlow gekommen, wo man aber zunächst noch Gläser mit Wasser vor sich stehen hatte. „Wir haben hier stets mehrere Tausend Gäste“, so Spitzer, und seine Stellvertreterin ergänzte: „Wie schön man hier feiern kann, hat sich auch nach Solingen und Haan und in ganz Wuppertal herumgesprochen.“ „Wir legen bei der Auswahl der Winzer auch Wert auf Ausgewogenheit. Einer aus Rheinhessen, zwei von der Mosel und einer aus Rheinland-Pfalz“, erklärte Michael Spitzer, der auch Bürgermeister Heiner Fragemann (SPD) begrüßen konnte. Der beantwortete die Frage, ob man in solch schwierigen und turbulenten Zeiten überhaupt feiern dürfe, mit einem klaren „Ja, jetzt erst recht“, ließ und sich kurz nach seinen Begrüßungsworten ein Glas Rosé schmecken.

Die Winzer kennen sich untereinander, und wie Uwe Claß eindeutig feststellte: „Gegenseitigen Futterneid gibt es bei uns nicht. Man kann kein Weinfest mit nur einem Winzer veranstalten, und jeder von uns schafft einzigartiges Produkt.“So erfreute man sich auch an allen vier Ständen schon kurz nach Eröffnung eines regen Zuspruchs, und Stefan Theis vom gleichnamigen Weingut in Kirschroth nahm erfreut zur Kenntnis: „Die Sonne scheint, aber es ist nicht zu heiß. Bei großer Hitze entfaltet nämlich der Wein sehr schnell seine Wirkung.“

Fest zum Stamm der Winzer auf dem Lienhardplatz gehört übrigens auch Heinz Winzen aus dem Westerwald, und er sorgt mit Laugenbrezeln für die den Getränkeumsatz fördernden Beilagen. Und das gilt auch für den gut sortierten Bierstand, ohne den ein Weinfest ja kein richtiges Weinfest ist.

Für viele Familien beginnt so ein Fest erst einmal mit einer Tasse Kaffee und einem leckeren Gebäck, und da ist man bei der in Vohwinkel ansässigen Karnevalsgesellschaft Prinzengarde richtig. Präsidentin Nordhild Neumeyer hatte garantiert alkoholfreien Kaffee, Limonade, Waffeln mit heißen Kirschen mit und ohne Sahne und für den früheren Abend Antipasti im Angebot. Das freundliche Lächeln ihrer jungen Tänzerinnen gab es gratis dazu. Deftiger als Unterlagen für wohligen Weingenuss, die die Vohwinkeler Metzgerei Kaißner an ihrem Grillstand im Angebot hatten, waren die knusprigen Krakauer in mehreren Varianten oder die pikante Gulaschsuppe, die auch den Durst auf köstliche Tropfen zusätzlich anregten.

„Wir sind erst zum zweiten Mal hier“, berichtete Alwine Hoffmann vom Weingut Hoffmann in Osann-Monzel an der Mosel, wusste aber schon nach wenigen Stunden auf dem musikalisch untermalten Lienhardplatz: „Wir kommen gern wieder.“

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