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Wuppertal: Viele engagieren sich für Sauberkeit

Aktion Sauberes Wuppertal : Viele engagieren sich für Sauberkeit

Private Initiativen sammeln Müll aus Grünanlagen und von Parkplätzen.

Bei ihren Spaziergängen im Grünen während des Lockdowns fällt vielen Wuppertalern auf, wie viel Müll sie zwischen Sträuchern und Bäumen, am Straßenrand oder auf Parkplätzen sehen. Einige belassen es nicht bei Ärger, sondern werden aktiv. Heben direkt Müll auf oder organisieren eine Aufräumaktion.

WZ, Stadt, Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) und Eigenbetrieb Straßenreinigung (ESW) rufen mit der „Aktion Sauberes Wuppertal“ dazu auf, sich für mehr Sauberkeit zu engagieren: Müll ordnungsgemäß zu entsorgen, Dreckecken zu melden (die WZ gibt Meldungen an redaktion.wuppertal@wz.de mit Fundstelle an die zuständigen Stellen weiter) und Müll zu sammeln.

Viele sind schon aktiv, etwa die Mitglieder des Serviceclubs Round Table Wuppertal RT 15. Ein Team sammelte kürzlich Müll aus den Grünanlagen am Toelleturm – in knapp zwei Stunden drei Müllsäcke voll. „Unfassbar, wie viel da zusammenkommt“, staunt Manuel Irschad, der dabei war und im Club für die Presse zuständig ist.

Andere Club-Teams seien im Nordpark und auf dem Scharpenacken unterwegs gewesen. „Wir haben überlegt, wie wir in Coronazeiten unseren Dienst an der Gesellschaft leisten können“, erklärt er. Sonst klärten sie etwa Kitakinder über Verkehrsgefahren auf oder sammelten Spielzeug für die Toys Company. Das ist derzeit nicht möglich.

Ihr Engagement fand Anklang: „Viele Spaziergänger haben sich bei uns bedankt“, berichtet Manuel Irschad. „Wir wollen definitiv damit weitermachen“, kündigt er an. Jedes Mitglied des Clubs sei aufgefordert, mindestens einmal im Monat Müll dort aufzusammeln, wo er nicht hingehört.

Am Freibad Eckbusch gehört der „Frühjahrsputz“ zu den jährlichen Aktivitäten des Fördervereins. Vergangenes Wochenende sammelten rund 20 Mitstreiter Müll, jäteten Unkraut und harkten Beete. Birgit Ansorg freut sich über das große Engagement und dankt ausdrücklich den Anwohnern, dass sie die Parkplätze rechtzeitig freigemacht haben.

Auch in den Barmer Anlagen hat man mit Müll zu kämpfen. Park und Wald sind nicht städtisch, sondern werden vom Barmer Verschönerungsverein betrieben. Zwei Gärtner haben genug mit der Grünpflege zu tun, müssen aber ständig Picknick-Reste aufsammeln. „Das ist schon mal ein 7-Kubikmeter-Container in 14 Tagen“, berichtet Geschäftsführerin Michaela Dererschewitz. Ehrenamtler zögen regelmäßig mit der Tüte durch die Anlagen.

Spontan hat Sarah Höttges, Leiterin der OGS Grundschule Küllenhahn, eine Aufräumaktion initiiert. Sie habe stets eine Tüte für Müll dabei: „Wenn es keiner macht, wo kämen wir dann hin?“, findet sie. Zuviel für eine Tüte waren die Reste feuchtfröhlicher Treffen auf dem Parkplatz Jung-Stilling-Weg. „Das ist wohl jetzt die neue Disko“, vermutet sie. Sie versteht das Bedürfnis junger Leute – sie sollten aber ihren Müll wegräumen.

Mit Michael Ludwig vom Bürgerverein Küllenhahn trommelte sie zehn Kinder und Erwachsene zum Müllsammeln zusammen. „Das waren vier große Tüten“, so Michael Ludwig, plus Bauschutt und Sperrmüll. Er betont, der Verein sei nicht nur beim Picobellotag aktiv: „Immer wenn uns etwas auffällt, rufen wir Leute zusammen.“