Wuppertal verliert weniger Einwohner

Wuppertal verliert weniger Einwohner

Viele Menschen kommen wegen billiger Wohnungen in die Stadt.

Wuppertal. Seit 1993 verliert Wuppertal kontinuierlich Einwohner, - und dieser Trend hält an, auch wenn er sich derzeit abschwächt, wie die Stadt am Montag mitteilte. Im Gegensatz zu anderen Großstädten in NRW werden nicht nur weniger junge Wuppertaler geboren als sterben, die Stadt leidet auch darunter, dass mehr Menschen weg- als zuziehen.

Während das Wanderungssaldo vor neun Jahren noch bei einem Minus von ungefähr 2000 Menschen lag, hat es sich 2007 fast halbiert: Insgesamt hat Wuppertal 12.900 Neubürger gewonnen, während 13.800 Menschen wegzogen.

Als besonders umzugsfreudig erwiesen sich Ausländer und junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren. Auch Singles und kinderlose Paare ziehen deutlich häufiger um, als Familien und Alleinerziehende.
Eine Befragung aller im Jahr 2007 zu- oder weggezogenen Haushalte ergab, dass fast alle Umzüge durch Änderungen der Familiensituation oder berufliche Gründe bedingt waren. Für gut zehn Prozent aller Zugezogenen spielten zudem die niedrigen Mieten und Immobilienpreise in Wuppertal eine Rolle.

Auffällig ist zudem, dass ein Viertel aller Weggezogenen vor dem Umzug zunächst in Wuppertal nach einem Haus oder einer Wohnung gesucht hat. Bei Familien liegt dieser Anteil sogar bei 37 Prozent. Oberbürgermeister Peter Jung mutmaßt daher, dass in der Stadt nicht genug preiswerte und familienfreundliche Wohnflächen zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang stellte er klar, dass die Hälfte aller Weggezogenen in NRW bleibt und ein Viertel sogar nur innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorf umgezogen ist. Daher verwies Jung auf die Wohnungen, die am Bergischen Plateau entstehen werden und erinnerte daran, wie wichtig solche Neubaugebiete für Familien sind.

Weiteres Ergebnis des Umfrage: Kinos, Kneipen und Cafés, das kulturelle Angebot und die Einkaufsmöglichkeiten sind gut - die Naherholungsmöglichkeiten, die Luftqualität und die Lärmbelastung werden kritisiert.

Aber: Ein Viertel der Zugezogenen hat nur ein Nettoeinkommen von weniger als 900 Euro im Monat. Es ziehen also auch größere Gruppen mit nur sehr geringer Kaufkraft in die Stadt.