Wuppertal: Unternehmen plant Seilbahn für Barmen

Projekt : Unternehmen plant Seilbahn für Barmen

Gäste sollen zum neuen „Kunsthaus Barmen“ in Wichlinghausen schweben können.

Es scheint, als könne man beim Thema „Seilbahnen in Wuppertal“ bald den Überblick verlieren. Neben den kontrovers diskutierten Projekten, die vom Bahnhof zum Schulzentrum Süd und über den Zoo zur Königshöhe (im Rahmen einer möglichen Bundesgartenschau in Wuppertal) führen sollen, gesellen sich nun Pläne für solch ein drittes luftiges Vorhaben. Möglicherweise ist es eines, das sich am schnellsten und preiswertesten realisieren lässt.

An der Barmer Germanenstraße beabsichtigt das Krefelder Unternehmen Renaissance Immobilien & Beteiligungen AG eine ehemalige Fabrik aus dem 19. Jahrhundert für Künstlerateliers umzubauen. Die Fertigstellung ist für Frühsommer 2020 anvisiert, die Kosten für die Neugestaltung sollen rund eine Millionen Euro betragen.

Nach Vorstellungen des Unternehmens könnten demnächst etwa 30 akademisch angehende beziehungsweise ausgebildete Künstler in Wichlinghausen Werkräume  mieten. 3200 Quadratmeter stehen über zwei Etagen dafür zur Verfügung.

Der Clou: Da das Gebäude der ehemaligen Eisenhärterei „Halbach & Meister“ direkt an die Nordbahntrasse grenzt, es aber einen Höhenunterschied gibt, würde eine Seilbahn den Zugang von hier aus zum neuen „Kunsthaus Barmen“ ermöglichen. „Das wäre dann eine Mini-Seilbahn, denn die Differenz beträgt gerade einmal zehn Meter. Die Planungen sehen eine geschlossene Kabine vor. Es wäre natürlich ein recht aufwendiges und teures Projekt. Aber auch eines, über das gesprochen werden würde und das sehr imageaufwertend ist. Die Seilbahn hätten wir am liebsten“, sagt Unternehmenssprecher Dirk Naas. Die Kosten dafür seien aber noch nicht absehbar.

Alternativpläne zur Seilbahn hat das Unternehmen mit Wuppertaler Niederlassung ebenfalls schon in der Schublade. Günstiger, aber auch weniger spektakulär, wäre ein Schrägaufzug ähnlich einer Zahnradbahn. Oder ein etwas steilerer Eisen-Steg im Stile des 19. Jahrhunderts, der von der Trasse hinauf zum Kunsthaus führen würde. „Der hätte den Vorteil, dass Radfahrer ihre Räder hinaufschieben und am  Gebäude unterstellen könnten“, so Sprecher Naas.

Ein neuer „Erlebnisort“
soll erschlossen werden

Unabhängig von diesen Anbindungsplänen seitens der Trasse soll das Haus mit den lichtstarken Sheddächern ein neuer Anziehungspunkt für alle  Kunstschaffenden und -freunde werden. Das Unternehmen spricht von der Schaffung eines  „Erlebnisortes“. Dazu gehört das Öffnen der Ateliers an jedem Wochenende für Publikum. Geplant sind auch  Workshops und Kurse mit den ansässigen Künstlern, zudem soll es Versteigerungen geben. Im Erdgeschoss der Fabrik ist ein Café vorgesehen, das von Kunststudenten der Uni Wuppertal betrieben werden könnte.

Begeistert von den Plänen zeigt sich die Wuppertaler Künstlerin  Bianca Baierl, die auch die konzeptionelle Leitung des Hauses übernehmen wird. „Das ist etwas Einmaliges und für die Stadt Wuppertal ein echter Gewinn.“

Sie erwartet eine volle Auslastung auch von auswärtigen Künstlern, beispielsweise aus Düsseldorf, wo Atelierräume knapp und teuer sind. Auch wenn die nicht angeschwebt kommen.

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