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Wuppertal: TVB trennt sich von Trainerin Kowalska (mit neuen Stimmen)

Handball : TVB begründet Trennung von Trainerin Kowalska

Der Handball-Zweitligist beendet die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung. Sportlich gab es in den vergangenen Wochen eine negative Entwicklung.

Handball-Zweitligist TVB Wuppertal und Trainerin Dagmara Kowalska haben ihre vor der Saison begonnene Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet.

Die negative Entwicklung der vergangenen Wochen und die erneut schwache Vorstellung der Wuppertaler Handballgirls bei ihrem jüngsten Heimspiel gegen Waiblingen ließ offensichtlich beiden Seiten keine andere Lösung, als sich „einvernehmlich“ auf eine sofortige Vertragsauflösung zu einigen.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sind uns mit Dagmara aber einig, dass dies momentan der einzige Weg ist, um der Mannschaft neue Impulse zu geben“, meldeten die TVB-Vereinsverantwortlichen bei ihrer offiziellen Stellungnahme.

Lange hätten Vereinschef Norbert Koch und Abteilungsleiter Stefan Müller nach dem jüngsten Heimspiel, das mit 20:32 gegen Waiblingen verloren ging, zusammen gesessen und die Situation analysiert. Allerdings betont Müller auch klar hinter der Entscheidung zu stehen. „Wir sind nicht dafür bekannt, dass wir Schnellschüsse abfeuern. Grundsätzlich waren wir ja nicht mal abgeneigt, mit Dagmara über diese Saison weiter zu arbeiten. Doch die Abwärtsspirale der letzten Wochen hat uns nun zu diesem Schritt bewogen.

Alleine Kowalska für die Situation des letztjährigen Tabellenfünften verantwortlich zu machen wäre allerdings nicht gerecht. Die ehemalige Bundesligaspielerin übernahm ein Team, das nach dem Weggang von Pia Adams und Johanna Heldmann im Angriff, die rund ein Drittel aller TVB-Treffer erzielten hatte, nicht adäquat verstärkt wurde. Ramona Ruthenbeck konnte nach schwerer Verletzung erst zu Saisonbeginn langsam in die Spiele mit eingreifen und ist bis auf wenige Momente - verständlicherweise - noch lange nicht in alter Form. Bei Silvia Szücs, die sich immer weiter steigert war es nicht anders.

Auch Melina Fabisch fiel immer wieder – wie aktuell – verletzungsbedingt aus. Natalie Adeberg ist nach knapp einem Jahr erst jetzt wieder einsatzbereit. Von den vielen Verletzungen zwischendurch mal ganz abgesehen, bestritt Kowalska die Vorbereitung quasi ohne Rückraum und hatte keine Chance, ihre Spielphilosophie zu vermitteln.

„Die Situation war für sie ja wirklich sehr schwierig“, sagt Müller auch anerkennend. Wohlwissend, dass nicht viele Trainer dieses Amt in der Lage übernommen hätten.

„Schade, jetzt wo die Verletzten langsam zurückkommen, hätte ich gerne die Chance bekommen, bis zum Saisonende zu zeigen, dass wir gemeinsam was erreichen können“, sagt Kowalska, die durchblicken lässt, dass die Trennung dann vielleicht doch nicht ganz freiwillig war. Doch die Polin gesteht auch ein: „Wenn du keine Siege hast, hast du auch keine Argumente. Womit hätte ich dagegen anhalten und diskutieren sollen. So ist der Trainerjob.“

In Groll geht Kowalska dennoch nicht und bestätigt das sehr persönliche Verhältnis zu Norbert Koch und vielen anderen Menschen in Wuppertal.

Dass ihre Ex-Mannschaft wieder auf die Spur kommt, davon ist die scheidende Trainerin überzeugt. „Klar packen die Mädels das. Da ist genug Potenzial drin. Das werden die jetzt hoffentlich auch zeigen“, sagte Kowalska im Gespräch mit der WZ.

In den kommenden Wochen soll – wieder einmal - Sabine Nückel das Training leiten und die Mannschaft bei den Spielen coachen. Rainer Adams wird der bisherigen Co-Trainerin zur Seite stehen.