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Wuppertal: Troxler-Haus plant an der Spitzenstraße Kita und Wohnen

Stadtentwicklung in Wuppertal : Troxler-Haus plant an der Spitzenstraße Kita und Wohnen

Wer durch die Spitzenstraße in Langerfeld zwischen Markt und Eisenbahnstrecke fährt, kann sofort erkennen, welch großes Entwicklungspotenzial hier schlummert.

Das Gelände der Flugzeugwerke Espenlaub ist planiert, bietet großen Raum für Wohnbebauung, die gut zwei Hektar große Brache zwischen den Bahnlinien bietet sich für Gewerbe an, wurde zuletzt auch für die siebte Gesamtschule diskutiert, und auf der anderen Straßenseite könnte sich eine Baulücke in Kürze schließen. Auf dem einen halben Hektar großen ehemaligen Gelände des Bettenhauses Billerbeck will das Troxler-Haus Wohnungen und einen viergruppigen Waldorfkindergarten errichten. Die Investitionssumme allein für die Baukörper liegt laut Geschäftsführerin Cornelia Weskamp bei acht Millionen Euro. Die Planungen sind abgeschlossen, in Kürze soll der Bauantrag gestellt werden, und Weskamp geht davon aus, dass man Anfang kommenden Jahres mit dem Bauen beginnen kann.

Den Anstoß für das Projekt habe laut Weskamp gegeben, dass zwei Häuser der Troxler-Haus-Wohnsiedlung am Lohbusch, in dem Behinderten-Wohngruppen untergebracht sind, die in den Troxlerwerkstätten beschäftigt werden, nicht barrierefrei seien und aufwändig hätten modernisiert werden müssen. Stattdessen habe man einen Ersatzstandort für Neubauten gesucht und in Langerfeld gefunden. Das Grundstück an der Spitzenstraße hat der Verein von der Vero-Invest, die auch Eigentümer der wesentlich größeren Fläche gegenüber ist, gekauft. Weskamp: „Allein für Wohngruppen sind die 5150 Quadratmeter zu groß, deshalb haben wir überlegt, was man sonst noch machen könnte.“ Mit dem Kindergarten komme man einer Bedarfsanzeige des Jugendamts nach. Die Pläne seien bereits vom Landesjugendamt genehmigt.

Geplant sind vier Gruppen mit zusammen 70 Plätzen, davon zehn für Kinder unter zwei Jahren, 20 für Zweijährige und 40 für Kinder von drei bis sechs Jahren.

Untersuchungen auf Altlasten hatten Verzögerungen verursacht

Zum Gesamtprojekt gehört noch ein Wohnhaus mit 18 barrierefreien Wohnungen und eben der Komplex für die Troxler-Haus-Wohngruppen. Er soll Platz für drei Gruppen mit jeweils acht Bewohnern bieten. „Langerfeld hat eine schöne Infrastruktur mit Markt, Eiscafé, Apotheke und auch der Schwarzbachtrasse nebenan. Der Hauptstandort Zum Lohbusch in Dönberg liege dagegen mitten im Wald, was einerseits den Vorteil biete, dass sich die gehandicapten Menschen dort frei bewegen könnten, für Bewohner, die weitgehend selbstständig seien, biete die Spitzenstraße aber wesentlich mehr Möglichkeiten, so Weskamp.

Verzögerungen beim Vorhaben hatte es zuletzt gegeben, weil noch Untersuchungen auf Altlasten auf der ehemaligen Industriebrache ausstanden. Die habe eigentlich Vero-Invest als Verkäufer machen sollen, weil das dauerte, habe sie das Troxler-Haus schließlich selbst in Auftrag gegeben. „Die ersten Ergebnisse sagen, es gibt keine Altlasten“, freut sich Weskamp. Allerdings müsse nachträglich noch die Fläche unter dem Bauschutt untersucht werden, den Vero-Invest nach Abriss der alten Gewerbegebäude auf dem Grundstück aufgetürmt hat. Mit dem Schutt soll später die Zuwegung auf dem Gelände unterfüttert werden.

Auch Bezirksbürgermeister Eberhard Hasenclever (SPD) begrüßt die Pläne des Troxler-Hauses an der Spitzenstraße: „Das Troxler-Haus hat einen guten Namen und es ist ein sehr interessantes Projekt“, findet er. Hasenclever würde sich wünschen, dass auch die Planungen auf dem gegenüberliegenden größeren Gelände nun zügig vorangingen. Dafür muss zunächst noch eine neue Bauleitplanung erarbeitet werden.