Kultur Svea Kirschmeier und Zachary Wilson zu Gast bei „Songs & Arien“ im Wuppertaler Ada

Am Abend wurden viele Gemeinsamkeiten offenbart.

 Svea Kirchmeier gab unter anderem ihren Song „Geradaus“ auf der „Insel“ zum Besten.

Svea Kirchmeier gab unter anderem ihren Song „Geradaus“ auf der „Insel“ zum Besten.

Foto: Matthi Rosenkranz

Zum achten Mal begegneten sich bei „Songs & Arien“ zwei musikalische Genres live, spielerisch, sehr persönlich und mit viel Musik in lockerem Austausch.

Am Freitag waren der Opernsänger Zachary Wilson und die Musikerin Svea Kirschmeier zu Gast auf der Insel im Ada. Gastgeber Torsten Krug, der dieses Format vor zwei Jahren in Kooperation mit der Oper Wuppertal geschaffen hat, bringt bei „Songs & Arien“ Musikwelten zusammen.

Schon das Setting auf der Bühne schafft eine besondere Atmosphäre. Sofa, Sessel, Nierentisch, Stehlampen, Zimmerpflanzen. Im Hintergrund ein Glitzervorhang, links der Flügel, rechts Gitarren und Verstärkeranlage. Eine geniale Mischung aus Wohnzimmer und Showbühne.

Kaum haben Thorsten Krug und Svea Kirschmeier entspannt im „Wohnzimmer“ Platz genommen, erklingt im Hintergrund eine Opernarie: „Ein Mädchen oder Weibchen …“, die Arie des Papageno aus Mozarts Zauberflöte. Begleitet von Roberto Secilla am Flügel singt Zachary Wilson die Paraderolle. Mit wohlklingendem Bariton präsentiert er Gefühlswelten von Sehnsucht, Zuversicht und Kummer. Am Ende des grandiosen Auftakts ist er auf der Bühne angekommen.

Dann lässt Svea Kirschmeier Bässe wabern und unterschiedliche Instrumente im Playback erklingen. „Raus hier“ haucht sie ins Mikrophon und singt ihren Song „Geradeaus“ mit wechselnden Rhythmen. Ein spannender Kontrast zu Mozart.

„Endlich wieder „Songs & Arien“, das Format für den Perspektivwechsel“, begrüßt Thorsten Krug die Besucher und stellt seine Gäste vor. Der 34jährige Amerikaner Zachary Wilson ist seit Januar festes Ensemblemitglied der Oper Wuppertal.

Svea Kirschmeier aus Köln, Jahrgang 2000, schreibt Schauspielmusik, ist Schauspielerin und sieht sich vor allem als Musikerin. Auf ihrem Album „Raus“, von dem sie vier Titel präsentiert, hat sie bis auf das Schlagzeug alle Instrumente selbst eingespielt. Ihr Song „Frag nicht“ handelt ganz romantisch von Liebe. Zu ihren Gitarrenklängen schafft sie eine tolle Atmosphäre. „Ein Stich im Bauch, Gänsehaut …“.

Um Liebe geht es auch in der Arie „Es war einmal“, die Bariton Zachary Wilson mit kraftvoller, warm timbrierter Stimme vorträgt. Das Lied aus einer Operette von Paul Lincke ist 125 Jahre alt und geht ebenso in die Tiefe wie die modernen Songs.

Das kluge Konzept von „Songs & Arien“ zeigt viele Gemeinsamkeiten der Genres auf. Auch die Gespräche gehen in die Tiefe, die Antworten sind oft persönlich. Beim Schubertlied vom „Lindenbaum“ durchlebt Wilson wechselnde Stimmungen, Kirschmeier trägt ihren humorvollen Song „Der Baum“ als Sprechgesang vor. Beides ist ähnlich poetisch.

Besonders spannend klingt es, wenn die Musikerin ihre Version von Schuberts „Lindenbaum“ präsentiert und der Opernsänger Kirschmeiers „Frag nicht“ als Mischung aus klassischem Lied und Musical mit einem Hauch Frank Sinatra singt. Etliche Lieder, Fragen und Antworten später, endet „Songs & Arien“ wie alle bisherigen mit „Both Sides Now“. Einfühlsam begleitet von Roberto Secilla am Klavier singen Opernsänger und Musikerin den Song von Joni Mitchell im harmonischen Duett.

Beim nächsten Songs & Arien am 21. Juni sind Joy Bogat und Sangmin Jeon zu Gast auf der „Insel“.

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