Wuppertal: Stadt will Hauptschule verkaufen

Wuppertal : Stadt will Hauptschule in Cronenberg verkaufen

Grundstück und Gebäude sollen verkauft werden. Ein möglicher Investor soll auch Wohnungen für Feuerwehrleute bauen.

Die Stadt will das Grundstück und das Gebäude der ehemaligen Hauptschule Berghauser Straße verkaufen. Ein Investor soll das denkmalgeschützte, aber marode Schulgebäude sanieren, den Anbau abreißen, um dort Wohnungen für Feuerwehrleute zu bauen. Denn die Stadt plant auf dem Gelände eine neue Feuerwehrwache. Das erklärten am Montag Oberbürgermeister Andreas Mucke und Stadtkämmerer Johannes Slawig. Die Reaktionen darauf sind gemischt.

Die Stadt brauche in Cronenberg wie in anderen Stadtteilen ein neues Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr, erklärte Oberbürgermeister Mucke. Das soll auf dem Gelände gebaut werden. Die Freiwillige Feuerwehr wünsche sich zudem, dass es wieder Wohnungen direkt an der Wache gibt, damit die Feuerwehrleute möglichst schnell am Einsatzort sind. Dort auch Wohnungen zu bauen, „das kann die Stadt nicht“, so Mucke. „Aber wir möchten, dass ein Investor sie baut und an die Feuerwehrleute vermietet.“ Der Bau der Feuerwache soll über den städtischen Haushalt finanziert werden.

Kämmerer Johannes Slawig erläuterte, dass die Schule in einem schlechten Zustand sei. Das Dach ist kaputt, Regen dringt ein. Eigentlich brauche die Stadt Mieter für das Gebäude, um mit der Miete den Unterhalt des Gebäudes zu finanzieren. Weil das wegen des schlechten Zustands nicht möglich sei, gebe es jetzt den Vorschlag, das Gebäude zu verkaufen. Der Investor solle auch dabei beraten und unterstützt werden, die Wohnungen zu bauen und dann auch Feuerwehrleute als Mieter zu finden.

Bezirksvertreter fragen nach den Plänen für die Turnhalle

„Das ist ein Pilotprojekt“, betonte Slawig. Wenn sich die Idee umsetzen ließe, habe man eine „Win-win-win-Situation“: Die Feuerwehr erhalte eine neue Wache, sei mit dem Angebot von Wohnungen attraktiv für die ehrenamtlichen Mitglieder und zudem könne am alten Standort der Feuerwehr die benachbarte Firma erweitern. „Wenn das hier gelingt, ist das auch ein Beispiel für andere“, kündigte Slawig an.

Michael-Georg von Wenczowsy, CDU-Politiker der Bezirksvertretung, reagierte verhalten auf diesen Vorschlag. Wohnungen an der Wache seien wichtig für das schnelle Erreichen des Einsatzortes. Aber, „was ist, wenn sich kein Investor findet?“, fragt er. Und er fragt auch, was aus der lange geforderten Turnhalle wird, die ebenfalls mal auf dem Grundstück vorgesehen war.

Der Fraktionschef der SPD Hans-Peter Abé zeigte sich überrascht von dem neuen Vorschlag. „Wenn der Investor Wohnungen für die Feuerwehr baut, kann man nichts dagegen haben.“ Das sei sinnvoll. Das Wichtigste sei jedoch: „Wir möchten auf jeden Fall den Erhalt des Schulgebäudes.“ Wenn die Stadt den Erhalt nicht leisten könne, sei ein Verkauf eine Möglichkeit – „aber nur, wenn der Erhalt gesichert ist“. Zudem fordert er eine „sinnvolle Nutzung“ des Gebäudes – dazu zählten aber Wohnungen für Feuerwehrleute durchaus.

Ähnlich äußert sich Regina Orth, Fraktionsvorsitzende der Grünen: „Wohnungen finde ich gut.“ Die Feuerwehrleute könnten sonst die verlangte Rettungszeit nicht einhalten. Sie stellt aber auch die Frage nach der geplanten Sporthalle. Die werde schon lange gefordert, „damit die Cronenberger nicht mehr zum Training nach auswärts fahren müssen. Darum kämpfen wir auch weiter“. Und sie mahnt: „Wir brauchen seriöse Investoren.“

Das Thema Verkauf des Geländes hatte auf der Tagesordnung der letzten Sitzung der Bezirksvertretung am vergangenen Mittwoch gestanden, jedoch im nicht-öffentlichen Teil. Die Politiker haben das Thema auf die nächste Sitzung am 4. September geschoben.

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