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Wuppertal: So soll die Lage im Haus der Integration entschärft werden

Vertrauen statt Beleidigungen und Beschimpfungen : So soll die Lage im Haus der Integration Wuppertal entschärft werden

Am heutigen Donnerstag tagt der Integrationsausschuss in Wuppertal. Großes Thema sind die Missstände im Haus der Integration, die unter anderem zu der Messerattacke auf eine Mitarbeiterin geführt haben.

Die Messerattacke auf eine Mitarbeiterin des Hauses der Integration hat bei der Stadtverwaltung kurzfristige Maßnahmen ausgelöst. Wie Sozialdezernent Stefan Kühn am Nachmittag im Integrationsausschuss berichtete, soll die Personalsituation der Ausländerbehörde von 80 auf 110 Stellen erhöht werden. Dies geschehe im Vorgriff auf den noch ausstehenden Beschluss des Haushaltes. Ab Oktober werde die Behörde 93 Stellen aufweisen, weitere befänden sich aktuell im Besetzungsverfahren. "Schon vor der Attacke war die Dienstleistungsqualität des Hauses nicht so, wie wir es erwarten", räumte Kühn ein und sprach von einer "unzureichenden personellen Ausstattung", die nun aufgestockt werde. Dabei sollen befristet auch ehemalige Mitarbeiter zur Unterstützung eingesetzt werden.

Konkret zum Haus der Integration äußerte sich Hans-Jügen Lemmer, Ressortleiter für Zuwanderung und Integration: "Um die Situation zu entschärfen, wollen wir komplett zur Terminbuchung zurückkehren und damit vermeiden, dass sich weiterhin Warteschlangen entlang der B7 bilden." Zudem sei der Ruf nach einer Sicherheitsschleuse in der Eingangszone laut geworden. Innerhalb des Hauses werde ein Verhaltenskodex entwickelt: "Wir wollen erreichen, dass eine wechselseitige Atmosphäre herrscht, die von Vertrauen geprägt ist und nicht von Beleidigungen und Beschimpfungen, die auf der Tagesordnung stehen." So sei auch der Einsatz von gelben und roten Karten in der Überlegung, erwähnte Lemmer.

Wie Stefan Kühn mitteilte, würden die Mitarbeiter des Hauses der Integration zudem langfristig psychologisch betreut. Nach der Attacke, bei der der 20-jährige Täter eine 25-jährige Mitarbeiterin schwer verletzt hatte, hatten sich 25 Kollegen des Ressorts krankgemeldet.