Wuppertal: So hat sich die Zahl der Straftaten 2018 entwickelt

Wuppertal : So hat sich die Zahl der Straftaten 2018 entwickelt

Die Kriminalitätsstatistik der Polizei zeigt, dass weniger Straftaten begangen wurden. Vor allem weniger Einbrüche. Aber die jungen Täter machen der Polizei Sorgen.

Wuppertal wird sicherer, zumindest statistisch. Denn die Zahlen der polizeilichen Kriminalitätsstatistik, die am Mittwoch im Polizeipräsidium vorgestellt wurden, zeigen einen Rückgang von 2850 bekannt gewordenen Fällen oder ein Minus von 8,2 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr. Die reelle Zahl sank von 34 706 Straftaten auf 31 856. Damit sank die Häufigkeit der Straftaten pro 100 000 Einwohner um 839 auf 9009 Fälle. Die Aufklärungsquote stieg von 51,6 auf 55,6 Prozent.

Polizeipräsident Markus Röhrl sagte, die Zahlen für das Städtedreieck insgesamt seien analog zu den Zahlen in NRW sehr gut. Trotzdem nennt er Schwerpunkte, bei denen die Polizei Probleme sieht. Allen voran nennt er die Kinder- und Jugendkriminalität.

In Wuppertal gab es 2018 534 Tatverdächtige unter 14 Jahren, 1171 von 14 bis 18. Gerade die steigende Zahl von kriminellen Kindern bereite Röhrl Sorge. In Wuppertal beobachte man eine Gruppe von Jugendlichen, die in wechselnder Besetzung, mit hoher krimineller Energie Straftaten von Raub über Diebstahl bis Körperverletzung begehe. Die Polizei arbeite mit der Stadt und einer Förderung des Landes daran, sich diesen Tätern zu nähern und sich auf sozialer Ebene um sie zu kümmern.

Teils sind diese Gruppen für die partiellen Anstiege in der Statistik mitverantwortlich. So ist etwa die Zahl der Gewaltkriminalität inklusive Raub und schwerer Körperverletzung in Wuppertal um 43 gestiegen – von 1253 auf 1296.

Die Zahl der Körperverletzungen allgemein ist um 235 Fälle auf 3828 (+6,5 Prozent) gestiegen. Wobei Kriminaldirektor Robert Gereci erklärt, dass die Zahl der Körperverletzungen auf Straßen und Plätzen rückläufig sei. Das zeige der Blick in die differenzierte Statistik.

Allein 681 Fälle von Körperverletzung entfallen demnach auf den Bereich Häusliche Gewalt.

Erneut fast 200 Einbrüche weniger

Das große Plus in der Statistik ist der Rückgang der Einbrüche. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist nämlich erneut gesunken – von 2016 auf 2017 waren es bereits 494 Fälle weniger, jetzt ist die Zahl um weitere 199 Fälle gesunken. 

Ebenso geht die Zahl der Raubfälle, Diebstähle und Taschendiebstähle laut Polizei zurück. Beim Raub gab es mit 344 Fällen 28 weniger als noch 2017. Die Fälle von Diebstahl gingen um 22,5 Prozent oder 3311 Fälle zurück auf zuletzt 11 398. Taschendiebstahl

Durch solche Rückgänge ist in Teilen auch der Zuwachs bei der Aufklärungsquote zu erklären. Weil eben diese Straftaten schwer aufzuklären sind, fällt deren sinkender Anteil bei der Aufklärungsquote ins Gewicht.

Stark zugenommen hat die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Das beinhaltet Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Belästigung, sexuellen Missbrauch von Kindern und Erregung öffentlichen Ärgernisses. In diesem Bereich gab es mit 291 Fällen 2018 immerhin 91 mehr als im Jahr zuvor: Das ist eine Steigerung von 45,5 Prozent.

Gereci warnt aber vor Alarmismus. Er nennt die Zahlen zwar besorgniserregend, aber kann die Steigerung auch erklären. So sei 2017 der Tatbestand der sexuellen Belästigung erweitert worden. Seitdem werden auch Handgreiflichkeiten wie ein „Klaps auf den Po“ oder „ein Griff an die Oberweite“ geahndet, angezeigt und verfolgt. Die Zahl lag 2017 bei 47, 2018 bei 74. Die Zahl der Exhibitionisten ist von 17 auf 28 gestiegen und Fälle von Ausnutzen sexueller Neigungen von 28 auf 55. Dazu zählt etwa die Verbreitung pornografische Erzeugnisse. Gereci erklärt, dass das vor allem die Weitergabe intimer Fotos über soziale Medien betreffe, etwa nach dem Ende einer Beziehung. Im gesamten Städtedreieck habe es 106 Fälle dieser Art gegeben.

Auch wenn die Zahlen insgesamt sinken, betonte Polizeipräsident Röhrl, dass hinter jeder Zahl auch immer ein Opfer stehe, das teils extremen psychischen Belastungen ausgesetzt sei. Deswegen müsse intensiv in die Opferbetreuung investiert werden. Da gebe es Luft nach oben.