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Wuppertal: Singpause macht auch unter freiem Himmel Spaß

Konzert : Singpause macht auch unter freiem Himmel Spaß

Die Bergische Musikschule stellte das Gratiskonzert kurzfristig auf die Beine.

Endlich wieder ein richtiges Singpause-Konzert! Wegen Corona gab es 2020 nur einen Livestream aus der Stadthalle. Mitsingen konnte man da höchstens am heimischen Computer. Beim Gratiskonzert im Garten der Stadthalle, das die Bergische Musikschule kurzfristig auf die Beine gestellt hatte, war Publikum erlaubt und durfte wie gewohnt mitmachen. Was am Donnerstagnachmittag 360 Kinder, Eltern und Verwandte anlockte, die es sich auf Bänken und in Strandkörben gemütlich machten.

Ursula Slawig, Pressesprecherin der Musikschule, freut sich über die Rückkehr zum gemeinsamen Singen und hofft, dass schon bald wieder Indoor-Veranstaltungen möglich sind. „Die Kinder lieben die Stadthalle einfach!“ Vor der Pandemie gab es jährlich drei Singpause-Konzerte im großen Saal, bei denen insgesamt 2500 Grundschüler mitmachten.

So bald wie möglich soll auch das Singpause-Angebot, von dem seit 2012 Wuppertaler Schulen profitieren und das sich größtenteils aus Spendengeldern finanziert, wiederbelebt werden. Zuletzt mussten sich die von der Musikschule geschickten Gesangsprofis an Alternativen zum Singen im Klassenzimmer halten. Da machten sie auf dem Schulhof oder in der Aula Stimmbildung und erarbeiteten mit den Schülergruppen ein internationales Liedrepertoire. Darüber hinaus sind die Grundschulen das vergangene halbe Jahr über die Schulserver mit Liedern versorgt worden  und die Singpause-Dozenten haben viele Videos an die Kinder geschickt.

Eine Reise durch Europa
im Stadthallengarten

Auf bekannte internationale Lieder setzte auch das Programm im Stadthallengarten, das unter dem Motto „Eine Reise durch Europa“ stand. Es war eine Einladung, sich spielerisch mit Mehrsprachigkeit zu beschäftigen. Und mochte der Streifzug kreuz und quer durch den Kontinent nur in Gedanken stattfinden – die Sänger und Musiker auf der Open Air-Bühne ließen sich einiges einfallen, um das Konzert zum Gemeinschaftserlebnis zu machen.

Allen voran Gudrun Wolf-Jäcks, Leiterin des Singpause-Projekts, die einmal mehr die Moderation übernahm. Singen im Stehen sei einfach besser als Singen im Sitzen, fand Wolf-Jäcks. Also brachte sie Jung und Alt dazu, aufzustehen und sich locker zu machen. Dabei halfen gemeinsam ausgeführte Gesten. Diese kleinen Bewegungen passten besonders zu Liedern wie „Im Frühtau zu Berge“. Im Text zur ursprünglich schwedischen Melodie geht es ja ums Wandern.

„Die Kinder aus der Singpause kennen das“, versicherte Wolf-Jäcks, bevor sie und ihre beiden Sängerkollegen ein französisches Wanderlied anstimmten. Selbst wer es nicht kannte, konnte rasch mit einsteigen. Da viele Melodien zweistimmig oder im Kanon gesungen wurden, konnten alle bei ihrer natürlichen Stimmlage bleiben. „Der Winter ist vorüber“ aus der Schweiz kannten einige Erwachsene sicher noch aus der eigenen Schulzeit, und wenige Minuten später ging es nach Spanien und ans Meer.

Ein bisschen Lokalkolorit durfte bei der Europareise nicht fehlen. „Wisst ihr, was ein Fuhrmann ist?“, fragte die Moderatorin ins Publikum. Sobald das geklärt war, wurde das Lied vom Bergischen Fuhrmann gesungen.

Nachdem man musikalisch alle Himmelsrichtungen – von Finnland bis hin zur Türkei – erkundet hatte, ging es zum Schluss noch einmal weit nach Osten. Dass die Großen etwas mit dem russischen Gassenhauer „Sascha“ anfangen konnten, war nicht zu überhören. Auch die Kleinen waren begeistert und hatten erst recht ihren Spaß an der mitgelieferten Choreografie. Das Lob von Wolf-Jäcks ließ jedenfalls nicht auf sich warten: „Ihr habt mitgesungen, ihr habt mitgemacht – das war so schön.“