Wuppertal: Schwebebahn geht nach Unfall in den Testbetrieb

Wuppertal : Schwebebahn geht nach Unfall in den Testbetrieb

Die ersten Schwebahnen sind am Samstag in eine längeren Testbetrieb gestartet. Die Stadtwerke erklären, wann die Bahn wieder mit Fahrgästen verkehren könnte.

Vier Monate nach dem gefährlichen Unfall ist die Wuppertaler Schwebebahn am Samstag in einen zweiwöchigen Testbetrieb gestartet. Die ersten fahrenden Bahnen konnten schon am Samstagvormittag beobachtet werden. Marc Schulz, Vorsitzender der Grünen-Ratsfraktion, teilte seine Freude über den Anblick bei Facebook. Auf einem Video ist zu sehen, wie eine Test-Bahn über Teilnehmer des Wupperputzes hinwegsaust.

Bereits Anfang des Jahres waren Schwebebahnen ohne Passagiere unterwegs. Voraussichtlich Anfang August soll die Bahn wieder für Fahrgäste verkehren, sagte ein Stadtwerke-Sprecher am Donnerstag. Die Ermittlungen wegen des Unfalls wurden eingestellt. Es hätten sich keine Anhaltspunkte für ein strafbares Fehlverhalten ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft ebenfalls am Donnerstag mit. Ursache des Unfalls sei ein zuvor nicht erkennbarer Materialverschleiß gewesen.

Seit dem Unfall am 18. November vergangenen Jahres steht das weltberühmte Verkehrsmittel still. Damals war eine eiserne Stromschiene auf 350 Metern Länge herabgefallen. Dabei wäre ein 34-jähriger Cabriofahrer beinahe erschlagen worden. Die Wuppertaler Stadtwerke hatten als Betreiberin von einer „Verkettung unglücklicher Umstände“ gesprochen. Derzeit pendeln ersatzweise Busse entlang der Strecke.

Die Schiene sei repariert. Zusätzlich würden in den nächsten Monaten zur Sicherheit rund 2500 Haltebügel an der Schiene montiert, sagte der Sprecher. Bei den Fahrten soll unter anderem ein neues Betriebssystem für die Schwebebahn geprüft werden. Außerdem sind Funktions- und Bremstests für neu gelieferte Fahrzeuge geplant.

Die Wuppertaler Schwebebahn galt jahrzehntelang als sicherstes Verkehrsmittel der Welt. 1999 war es allerdings bei Sanierungsarbeiten zu einem schweren Unglück gekommen: Ein Zug stürzte in die Wupper, weil ein 100 Kilogramm schweres Metallteil an der Fahrschiene vergessen worden war. Fünf Passagiere starben.

Die Schwebebahn hat seit ihrer Fertigstellung 1901 mehr als 1,5 Milliarden Passagiere transportiert. Mit 13,3 Kilometern Strecke und 20 Bahnhöfen ist sie das Rückgrat des Nahverkehrs in der 350 000-Einwohner-Stadt.

(dpa)
Mehr von Westdeutsche Zeitung