1. NRW
  2. Wuppertal

Wuppertal: Schwarz-grüner Oberbürgermeisterkandidat bekommt Applaus

Der CDU-Basis vorgestellt : Wuppertal: Schneidewind bekommt Applaus von der CDU

Der Präsident des Wuppertal Instituts, Uwe Schneidewind (Grüne), stellte sich der CDU-Basis als möglicher schwarz-grüner OB-Kandidat für die Stadt Wuppertal vor.

Casting-Show, Polittheater oder  ernsthafter Versuch, Kommunalpolitik in Wuppertal über die Parteigrenzen hinaus zu gestalten? In der Stadthalle stellte sich mit Uwe Schneidewind ein Parteimitglied der Grünen als potenzieller Oberbürgermeisterkandidat der CDU-Basis vor - eine Premiere in der Wuppertaler Kommunalpolitik. Das lockte zahlreiche Interessenten an, die den Offenbach-Saal am Montagabend bis auf den letzten Sitzplatz füllten.

Matthias Nocke, Vorsitzender der CDU Wuppertal, begrüßte Mitglieder und Gäste „zu der ganz besonderen MItgliederversammlung“. Die Veranstaltung sei aus dem Wunsch  der Mitglieder  erwachsen, Dr. Schneidewind aus erster Hand kennenzulernen. „Ich weiß, dass einige  eine Veranstaltung dieser Art als Schwäche der Partei betrachten. Ich sehe das anders“, sagte Matthias Nocke. Er verwies auf die Verantwortung der Stadt, sich als Volkspartei zentralen Aufgaben und vielfältigen Herausforderungen offen zu stellen: „Die CDU ist aber nicht beliebig.“

Im Anschluss stellte sich Uwe Schneidewind mit einer Rede vor, für die er viel Beifall erhielt. „Ich empfinde diese Veranstaltung als einen ganz besonderen Vertrauensbeweis. Ich bin mir aber auch bewusst, dass es eine große Herausforderung für eine Partei wie die CDU ist“, sagte Schneidewind und gab damit zu erkennen, dass er bereit ist, die Perspektive zu wechseln. Dass die CDU einen Kandidaten einer anderen Partie nominieren könne, sei kein Zeichen der Schwäche. „Die Suche nach OB-Kandidaten ist zu einem flächendeckenden Problem auch für andere Parteien geworden.“

„Seit meiner Ankunft 2010 habe ich mich in diese Stadt verliebt. Das ist zum einen beruflich bedingt, hat aber auch ganz private Gründe“, berichtete Schneidewind. Für seine Frau als Krefelderin und ihn als Kölner sei es nach Stationen in Norddeutschland und der Schweiz eine Heimkehr gewesen.

Auch die Verwaltung hat noch Potenziale

Was ihn an der Aufgabe des Oberbürgermeisters reizt? „Ich glaube an die Stadt, ihre Menschen und ihr Potenzial. Die Unterstützung der CDU wäre ein kraftvolles Signal. Andere Partei würden sich dies nicht trauen, denn sie haben diese innere Sicherheit nicht.“

Schneidewind hat als Präsident des Wuppertal Instituts die Stadt zu seinem Forschungsgebiet gemacht. Auf dieser Grundlage beschrieb er die Notwendigkeit einer Vision für Wuppertal 2035. Das schwarz-grüne Kernbündnis hebe die großen Potenziale mit konservativen und progressiven Komponenten. Er forderte ein „aufgeklärtes Wohlstandsverständnis“ als Leitbild. Wuppertal müsse wieder stärker Unternehmerstadt werden. Brauche Bildungschancen und Erlebnisräume in der Stadt für alle Einkommensschichten. Müsse eine „Marke“ sein, um Menschen zu gewinnen. Er habe in seiner Arbeit festgestellt, dass da „noch viel mehr geht“. Schlummernde Potenziale sieht er auch in der Verwaltung.

Von der Anfrage der CDU fühle er sich sehr geehrt.  Aufgabe sei es, die Programme von CDU und Grünen in einem Oberbürgermeisterprogramm zu verbinden.

Im Anschluss übernahm Jan Heinisch, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, die Regie als Moderator und Fragesteller. „Wuppertal als Leipzig des Westens? Wie wäre das?“, stellte Heinisch in den Raum. Schneidewind wies darauf hin, dass Wuppertal in den kreativen Milieus extrem angesagt sei. Die Veränderungen, die Leipzig in den vergangenen 20 Jahren vollzogen habe, seien auch in Wuppertal möglich.

 Am Eingang waren den CDU-Mitgliedern Stimmzettel ausgehändigt worden, um den Verlauf des Abends und den Auftritt des Gastes zu bewerten. Wörtlich war darauf zu lesen: „Liebe Mitglieder der CDU Wuppertal, anhand Ihrer Bewertung der Aussagen auf der Rückseite dieser Karte erstellen wir ein unverbindliches Meinungsbild. In unserer Partei entscheiden allein die Mitglieder, wer die CDU im Oberbürgermeister-Wahlkampf vertritt. Dies geschieht auf einer Versammlung alle wahlberechtigten CDU-Mitglieder.“

Mit einem symbolischen „Daumen rauf“ und “Daumen runter“ beziehungsweise einer neutralen Bewertung konnten die Zuhörer ein Stimmungsbild abgeben. Die entscheidenden Sätze, die es für die Besucher der Versammlung einzuordnen galt, lauteten: Uwe Schneidewind hat mich überzeugt. Uwe Schneidewind vertritt auch politische Positionen der CDU überzeugend und glaubwürdig.

 Eine Auswertung der Umfrage lag zum Redaktionsschluss noch nicht vor.