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Wuppertal: Schulstart für 3150 i-Dötzchen

Wuppertal : Schulstart für 3150 i-Dötzchen

Mit dem Ende der Sommerferien beginnt für viele Kinder ein neuer Lebensabschnitt - in Grundschulen, weiterführenden Schulen und Kitas.

Es sind fast 10 000 Kinder, die bald viel Neues erleben – insgesamt 9760. Ihren ersten Schultag überhaupt haben rund 3150 i-Dötzchen, die meisten am kommenden Donnerstag, einen Tag nach dem allgemeinen Schulstart am Mittwoch. An den weiterführenden Schulen beginnen 2960 Fünftklässler, in die Kitas kommen rund 3300 neue Kinder, und etwa 350 Kinder beginnen, von Tagesmüttern oder -vätern betreut zu werden.

Allgemein steigen diese Zahlen seit einigen Jahren. So lag die Zahl der Erstklässler 2015 noch bei 2849. Und dass die Zahl der neuen Kitakinder (3300) größer ist als die der Erst- und Fünftklässler, zeigt, dass es mit dem Wachstum weitergeht. Sozial- und Schuldezernent Stefan Kühn macht deutlich: „Die Kitakinder von heute kommen in einigen Jahren in die Grundschulen und dann in die weiterführenden Schulen. Das zeigt: Wir brauchen zusätzliche Schulen.“

In den Grundschulen laufen derzeit die Vorbereitungen für den großen Einschulungstag. Felizitas Kehrenberg, Leiterin der Grundschule Engelbert-Wüster-Weg in Ronsdorf, berichtet: „Die Klassenlehrer bereiten die Klassenräume vor, stellen Namenskärtchen für die Neuankömmlinge her. Bei uns bekommen die Kinder Karten mit dem Klassentier, damit sie gleich wissen, wohin sie gehen müssen.“ Für die Kinder der „Schweinchenklasse“ sind das kleine Schweine mit Flügeln und Delphine für die Delphinklasse.

„Die neuen Kinder bereiten sich aber auch vor“, sagt die Schulleiterin. Sie hätten von der jeweiligen Klassenlehrerin einen Brief erhalten und einen speziellen Kalender. Auf dem könnten sie sehen, wie viele Tage es noch bis zum ersten Schultag dauert. „Darauf führt ein Weg aus Schultüten zur Schule“, erklärt sie. „Seit dem 1. August können sie täglich eine der Schultüten ausmalen.“ Je mehr ausgemalt sind, desto näher rückt der große Tag.

Paten helfen den Erstklässlern
bei der Eingewöhnung

Kommenden Donnerstag dann werden sie zunächst einen Gottesdienst erleben, in denen die Lehrerinnen ihnen mit Hilfe verschiedener Hüte etwas zum Thema „behütet sein“ erzählen werden. Danach gibt es in der Schule einen kleinen Sketch der dritten Klasse, die sich über die vielen Besucher der Schule wundern werden. Eine vierte Klasse wird einen Tanz aufführen. Während die neuen Schulkinder ihre Klassenräume und Klassenkameraden kennenlernen, gibt es Kaffee und Kuchen für die Eltern und vielleicht Großeltern, zubereitet von den Eltern der älteren Kinder.

Damit die i-Dötzchen sich in den Schulalltag einfinden, werden den 1. Klassen Paten-Klassen zugeordnet. Die lernen die Kinder am Engelbert-Wüster-Weg am Freitag kennen. „Bei uns sind das die vierten Klasse, in anderen Schulen sind das die dritten“, erklärt die Schulleiterin. Die Patenklasse zeige den Neuen Schule und Schulhof. Und dann gebe es den ersten Unterricht. Dabei lernen die Kinder den ersten Buchstaben. „Das ist heutzutage meist das A“, sagt Felizitas Kehrenberg.

In der ersten Woche bleibt der Schultag noch kurz und dauert nur drei, manchmal vier Schulstunden. „Für die Kinder ist das eine große Umstellung“, erklärt Felizitas Kehrenberg: „Vom ganz freien Spiel bis in unseren strukturierten Tag.“ Erst nach zwei Wochen gelte der richtige Stundenplan, dann kommen neben den Klassenlehrern auch die Fachlehrer dazu.

Bei aller Freude über die neuen Kinder – der Schulalltag ist gerade an Grundschulen vom Lehrermangel geprägt. „Es sind in Wuppertal noch 110 Stellen an den Grundschulen nicht besetzt“, stellt Richard Voß, Leiter der Grundschule Am Nützenberg und Mitglied im Leitungsteam der Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fest.

Und von den rund 1100 vorhandenen Lehrkräften seien fast ein Fünftel keine vollständig ausgebildeten Grundschul-Lehrkräfte, sondern Seiteneinsteiger, Lehramtsstudenten oder Lehrer anderer Schulformen.

Auch Felizitas Kehrenberg kennt das Problem. Sie erklärt, dass viele Kollegen an andere Schulen abgeordnet wurden, „damit die erfahrenden Lehrer gleichmäßig verteilt sind und jede Klasse eine ausgebildete Lehrkraft als Klassenlehrer hat.“ Ihre Schule musste ebenfalls Kollegen „abgeben“.