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Wuppertal: Sanitätshaus schließt eine große Lücke am Wall

Stadtentwicklung : Sanitätshaus schließt eine große Lücke am Wall

Am Wall wird eine der großen Lücken gefüllt: Die Orthopädietechnik Cordewener zieht ins Rinke-Haus am Wall 36. Trotzdem hat der Einzelhandelsstandort zu kämpfen. Aktuell auch mit Corona.

Am Wall wird eine der großen Lücken gefüllt: Die Orthopädietechnik Cordewener zieht ins Rinke-Haus am Wall 36. Das Sanitätshaus, das sich momentan noch an der Calvinstraße befindet, ziehe vor allem aufgrund der größeren Ladenfläche und guten Lage an den Wall um, so Mitarbeiterin Büsra Karaca. „Die Kunden erwartet all das, was für ein Sanitätshaus üblich ist. Beispielsweise können sie bei uns Einlagen, Maßschuhe und Gehhilfen erwerben, zudem besteht unter anderem die Möglichkeit, eine Laufbandanalyse durchführen zu lassen“, berichtet Karaca auf Nachfrage der WZ. „Die Eröffnung findet am 5. Oktober statt.“ „Cordewener ist ein Famlienunternehmen in der vierten Generation“, erklärt Geschäftsführer Dave Cordewener. Eigentlich komme die Firma aus der Orthopädie-Schuhtechnik und habe sich vor zwei Jahren zum Sanitätshaus erweitert. Mit großem Erfolg, wie der größere Platzbedarf zeigt. Schon jetzt weisen die Banner an den Fensterscheiben auf den Umzug hin.

Corona macht die Ansiedlung neuer Läden nicht leichter

Im Gegensatz dazu gibt es bei dem Leerstand im Untergeschoss des Holiday Inn Express gegenüber dem Rinke-Haus keine neue Entwicklung. Wie die WZ bereits im Januar diesen Jahres berichtete, hätte es im Februar laut Investor Nachrichten zu den im Jahr 2018 angekündigten „sehr ernsthaften Verhandlungen“ geben sollen - Neuigkeiten dazu gab es bisher laut Wirtschaftsförderung jedoch nicht. „Es ist schade, dass die Räumlichkeiten unter dem Hotel noch immer leer stehen, besonders, da es sich um eine neue Immobilie mit frischer Fläche handelt. In der Vergangenheit kam die Idee auf, hier eine Gastronomie zu eröffnen, was sich durch die Korrespondenz mit dem Hotel und der direkten Lage an der Wupper eignen würde. Mein Kenntnisstand diesbezüglich ist jedoch nicht positiv“, berichtet Marco Trienes, verantwortlich für die Investorenbetreuung beim Einzelhandel der Wirtschaftsförderung Wuppertal. Vor allem die seit Beginn des Jahres coronabedingt herrschende Ausnahmesituation erschwere Neuansiedlungen am Wall und sorge für eine Steigerung des unternehmerischen Risikos, so Trienes.

Auch die Verkaufsfläche der ehemaligen Santander-Bank-Filiale am Wall 28 steht immer noch leer. „Eigentlich handelt es sich hier um eine ganz tolle Fläche mit viel Schaufensterfront, insbesondere für den Einzelhandel sehr attraktiv“, erläutert Trienes.

Einzelhändler, die typisch in Innenstädten sind, die Kleidung und Schuhe verkaufen, kommen im Moment kaum dazu. Das „geht momentan gegen null“. Online-Shopping und die fehlende Kaufkraft der Kunden in der Krise – trotz Mehrwertsteuersenkung – sorgten dafür, dass der stationäre Handel „einem Totentanz“ gleiche, erklärt Trienes.

Erfreulich für den Wall als Einkaufsstraße sei jedoch, dass im Gegensatz zu vielen anderen Städten die Kaufhof-Filiale bestehen bleibe. Auch eine durch Corona mögliche Veränderung des Mietpreislevels sei denkbar: „Der momentan nicht vertretbare Mietzins kann zu einem Umdenken seitens der Eigentümer führen, wodurch dieser nach unten korrigiert werden könnte“, schlussfolgert Trienes.

Im Juli 2019 eröffnete das Modeunternehmen Hallhuber eine Filiale am Wall. Die Filialleiterin Ayse Polart ist mit dem Verkaufsstandort Wall zufrieden, bemängelt aber die chaotische Verkehrssituation: „Wünschenswert wäre es, dass keine Busse mehr am Wall fahren, da diese eine unheimliche Lärmkulisse verursachen.“ Fahrradfahrer, Fußgänger und Busse seien aus ihrer Sicht zu viel.