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Wuppertal-Ronsdorf trauert um Mundart-Dichterin Marga Rühl

Nachruf : Ronsdorf trauert um Mundart-Dichterin Marga Rühl

Mit ihren Gedichten setzte sie ihrer Heimat ein Denkmal - die Kauffrau hatte viele kreative Talente.

Sie war vielfältig aktiv im Stadtteil, engagierte sich vor allem für das Ronsdorfer Platt. Jetzt ist Marga Rühl im Alter von 91 Jahren gestorben.

„Das ist traurig für Ronsdorf“, sagt Christel Auer, Vorsitzende des Heimat- und Bürgervereins (HuB). Gern erinnert sie sich an das gemeinsame Jubiläum und die immer gute Zusammenarbeit zwischen den Mundartfreunden und dem HuB.

Menschen wie Marga Rühl seien enorm wichtig für einen Stadtteil. „Gerade für uns als Verein, der ja auch immer historisch arbeitet.“ Rühl sei, was die Geschichte des Stadtteils anging, immer aktiv gewesen. Ebenso wie der im Herbst verstorbene Günther Konrad. „Das sind Verluste für unseren Stadtteil.“

„En Rongsdrop wued ech ienst geboren“ – in Ronsdorf wurd‘ ich einst geboren, begann Marga Rühl ein Gedicht auf ihren Heimatort. Hier ist sie ihr Leben lang geblieben. Sie lernte einen kaufmännischen Beruf, führte später ein Strumpf- und Handarbeitswarengeschäft an der Staasstraße. Mit ihrem Mann Günter Rühl hatte sie zwei Söhne.

Als sie in Rente ging, hatte sie mehr Zeit für ihre vielen Interessen. Schon lange war sie Mitglied der Mundartfreunde, nach dem Tod des Gründers Günter Buschhaus übernahm sie die Leitung. Sie verfasste Gedichte, Lieder und Geschichten, übertrug Bibeltexte ins Platt. Nahm in ihren Texten auch Stellung zu aktuellen Themen. Ihre Texte trug sie selbst vor, trat damit auf, etwa bei der Lit.Ronsdorf. „Die Veranstaltungen waren sehr gut besucht“, erinnert sich Organisatorin Monika Diehl, „das ist sehr gut angekommen“.

Marga Rühl unterstützte zudem die WZ beim Thema Mundart, veröffentlichte Gedichte (siehe Kasten) und half mit Rat und Tat beim beliebten Plattkaller-Rätsel. Sie war auch musikalisch unterwegs, gründete 2000 den Ronsdorfer Frauenchor. Und trat mit Hildegard Wilke und Helga Schwierz als Gesangstrio „Ronsdorfer Möschen“ auf, nach dem Tod von Hildegard Wilke als Duo. Und sie malte und zeichnete, gehörte zum Kreis der kreativen Frauen in Ronsdorf.

Für ihren Einsatz und ihr Engagement für die Mundart erhielt sie 2010 den Wuppertaler und 2012 den Rheinlandtaler.