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Wuppertal: Pumptrack-Anlage für Küllenhahn

Freizeitsport : 4Fields: Pumptrack-Anlage für Küllenhahn geplant

Nach einem Ratsentschluss ist die Planung für „4Fields“ am Schulzentrum-Süd finalisiert – doch der Zeitplan ist eng.

Das Projekt „4 Fields“ nimmt Fahrt auf. Am Jung-Stilling-Weg direkt am Schulzentrum-Süd soll bekanntlich ein neues Freizeitsport-Zentrum entstehen. Nach einem Grundsatzbeschluss des Rats im Dezember sind die Initiatoren vom Bürgerverein Küllenhahn sowie dem Carl-Fuhlrott-Gymnasium und der Friedrich-Bayer-Realschule Feuer und Flamme. Michael Ludwig, Vorsitzender des Bürgervereins, gibt sich zuversichtlich, dass das Projekt 2022 gelingt. Auch wenn die Stadt sich bei solchen Voraussagen noch deutlich zurückhaltender gibt.

Die Verwaltung ist jetzt damit beauftragt, bis Ende September einen Förderantrag beim Land einzureichen. Die Kosten des Projekts wurden inzwischen etwas getrimmt und übersteigen mit den anvisierten 1,5 Millionen Euro nicht mehr den Förderrahmen.

Inzwischen steht auch das finale Konzept fest, das der WZ vorliegt. Die größte Überraschung: Ein Feld soll sich in eine Pumptrack-Anlage verwandeln, auf der Fahrradakrobaten und Skater ihre Tricks vorführen können. Dafür ist die geplante Skater-Anlage gestrichen. „Das wäre zu laut geworden und hätte wahrscheinlich die Nachbarn gestört“, sagt Ludwig. Derzeit wird ein Lärmgutachten angefertigt.

Das aktuelle Fußballfeld soll sich mit neuem Tartan-Belag, neuen Toren, vier Basketballkörben und zwei Volleyballfeldern zum Multifunktionsfeld entwickeln. Eine allwettertaugliche Boulderanlage soll auf dem dritten Feld Freunde des Klettersports ansprechen. Abgerundet wird die Freizeitanlage schließlich durch eine unbeheizte Sporthalle in Leichtbauweise.

„4Fields“ soll zu den Unterrichtszeiten dem Schulzentrum-Süd und den ansässigen Grundschulen ebenso nutzen wie Freizeitsportlern. Und Ludwig glaubt auch, mit dem Projekt eine Lösung für die ewige Suche der Cronenberger nach einer geeigneten Sporthalle für den Vereinssport gefunden zu haben. Ludwig sagt: „Das ist doch die schnellste Lösung für den Stadtteil. Und die Cronenberger sind doch sofort hier.“

Für Rolf Tesche vom Cronenberger Heimat- und Bürgerverein ist „4Fields“ allerdings nicht das, was die Cronenberger seit Jahren suchen. „Das ist keine Lösung“, sagt Tesche. Die ungeheizte Halle sei unter anderem zu klein. Man setze weiterhin auf eine Sporthalle im eigenen Stadtteil-Kerngebiet. Wunschstandort bleibe das ehemalige Schulgelände an der Berghauser Straße, das die Stadt verkaufen will. Die Cronenberger kämpfen bekanntlich um eine neue Dreifach-Sporthalle für die Vereine im Stadtteil. Allerdings weisen Stadt und Politik seit Jahren ebenso beharrlich darauf hin, dass es aus schulischer Sicht keinen Bedarf dafür gebe.

Allerdings: Nicht einmal die „4Fields“-Halle ist in trockenen Tüchern. Um auf der Fläche am Jung-Stilling-Weg bauen zu können, muss der Bebauungsplan geändert werden. Laut Ludwig eigentlich nur eine Formalie, weil die Politik sich ja bereits im Grundsatz für das Projekt ausgesprochen hat. Das Problem wird aber an mehreren Enden der Faktor Zeit.

Der Fördertopf ist für
alle Antragsteller zu klein

Das Projekt liegt bei Alexandra Szlagowski, Amtsleiterin des Sport- und Bänderamts, auf dem Schreibtisch. Und sie sagt: „Wir stehen unter einem enormen Zeitdruck.“ Durch den Ratsbeschluss stehe die Verwaltung  jetzt vor einer Aufgabe, die eigentlich in keinem Jahresplan vorgesehen war. Bis Ende September müssen Preisermittlungen durchgeführt, ein externes Planungsbüro gefunden sowie beauftragt und der Bebauungsplan für die Änderung vorbereitet werden. Daran sind neben dem Sportamt beteiligt: Gebäudemanagement, Grünflächenamt, das Schulamt, das zentrale Fördermanagement und das Ressort Bauen und Wohnen. Und Szlagowski gießt noch mehr Wasser in den Wein: „Selbst wenn wir den Marathon schaffen, heißt das nicht, dass wir die Fördergelder erhalten.“ Bereits jetzt stehe fest, dass auf den Landestopf mit dem Namen „Investitionspaket zur Förderung von Sportstätten“ deutlich mehr Antragsteller ein Auge geworfen haben als das Fördervolumen hergeben wird.

Sollte allerdings alles nach Plan laufen, wird das Land voraussichtlich 80 bis 90 Prozent der Kosten von 1,5 Millionen Euro übernehmen. Das ist noch unklar, weil die genauen Förderrichtlinien für 2022 noch nicht feststehen. Den Rest der Projektkosten in Höhe von 150 000 oder 300 000 Euro muss die Kommune übernehmen. „Das ist so zugesichert“, bestätigt Szlagowski.