Veranstaltung Wuppertal: Neuntes Konzert der Barmer Bachtage widmet sich Bach‘scher Orchestermusik

Wuppertal · Golden und silbrig schimmert der Klang.

Auch die Solistinnen Anne Habermann und Katharina Jacob begeisterten mit ihrem Celli-Spiel.

Auch die Solistinnen Anne Habermann und Katharina Jacob begeisterten mit ihrem Celli-Spiel.

Foto: H. Lotzmann

Unter der Überschrift Bach‘sche Orchestermusik stand das neunte Konzert der diesjährigen Barmer Bach-Tage. Initiator Matthias Lotzmann begrüßte die zahlreichen Zuhörer zu den „Solo-Doppelkonzerten“ von Antonio Vivaldi und Johann Sebastian Bach in der Lutherkirche an der Oberen Sehlhofstraße. Zwei vom Orchesterklang getragene Soloinstrumente erschienen in vier Konzerten in unterschiedlichen Paarungen. Alle vier Konzerte bestachen durch ihre hochklassige Präsentation.

In feiner Abstimmung harmonierten Matthias Lotzmann und Kaungae Lee in den Konzerten c-moll und C-Dur von Bach an den beiden Cembali – zwei historische Nachbauten nach dem von Bach favorisierten Instrumentenbauer Michael Mietke. Die gut aufeinander abgestimmten Dialoge der Figuren und Passagen bestachen in klarer Artikulation und ließen die Instrumente in ihrer ganzen Brillanz erstrahlen. Golden und silbrig schimmerte es klanglich in der nicht einfachen Akustik der Kirche. Die empfindsamen Mittelsätze, jeweils sensibel musiziert, verströmten eine schön ausgespielte kammermusikalische Intimität. Kantable Spannung und viel Ruhe hielten förmlich die Zeit an, bevor die Finalsätze in die mitreißende Virtuosität zurückfanden.

Die Cellistinnen Anne Habermann und Katharina Jacob stellten ihre hochklassige Kunst im berühmten Konzert für zwei Celli g-moll von Vivaldi unter Beweis. Mühelos gelang ihnen jede technische Herausforderung in betörender Leichtigkeit. Ihr perfekt aufeinander abgestimmtes Spiel erschien transparent, tänzerisch, versonnen und dann wieder in glänzend virtuoser Spielfreude. Das Ensemble „Capella Pax Westfalica“ kleidete alles souverän musizierend in die für Vivaldi typischen Farben ein. Die Übergänge zwischen Orchester und Solistinnen waren voller Energie.

Spielfreude im musikalischen
Mit- und Gegeneinander

Beim programmatisch erzielten Höhepunkt des Abends brillierten Eva Högel an der Solovioline und Saskia Buxbaum an der Oboe meisterlich. In herrlichen Farben und makelloser Intonation trieben sie das Geschehen in perfekter Abstimmung voran. Ihre pure Spielfreude im musikalischen Mit- und Gegeneinander erfüllte die Kirche und die Gemüter des Publikums. Atemberaubende, pure Energie ließ alles Technische hinter sich. Die fetzig und temperamentvoll vorgetragenen Orchesterpassagen bestachen durch ein wunderbares Zusammenspiel und eine beeindruckende Homogenität.

Das dankbare Publikum zollte den herausragenden, musikalischen Leistungen lang anhaltenden Beifall.

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