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Wuppertal: Metalldiebe suchen Museumsbahn heim - Großer Sachschaden

Kriminalität : Kohlfurth: Metalldiebe suchen erneut die Museumsbahn heim

Der Verein ist erneut Opfer von Dieben geworden. 200 Meter Fahrleitung wurden zerstört. Ein weiterer Nackenschlag nach den Hochwasserschäden im Juli.

Erneut haben Metalldiebe die Bergischen Museumsbahnen heimgesucht. In der Nacht von Montag auf Dienstag (20./21. September) zerstörten die unbekannten Täter mehr als 200 Meter Fahrleitung. „Unsere Sicherheitssysteme und die Polizei haben Schlimmeres verhindert, jedoch sind die Beschädigungen am Fahrdraht hoch. Die Beute, wie auch ein Teil der Ausrüstung, ließen die Täter am Tatort zurück. Der Schaden beläuft sich auf über 20 000 Euro“, sagt Sven Ekert, Vorstandsmitglied des Museumsbahnvereins.

Die Täter hätten, so Ekert, diesmal einen neuen Teil der Strecke „ausprobiert“, nachdem bereits vor fast genau einem Jahr an einem anderen Teil der Strecke und vor drei Jahren an einer noch anderen Stelle der Versuch gestartet wurde. „Auch waren diesmal Profis am Werk, da das Vorgehen sehr viel professioneller angegangen worden ist und einige Sicherheitssysteme ausgetrickst worden.“

Täter machten keine Beute -
hinterließen aber großen Schaden

Bereits 2015/16 hatte es eine Diebstahlserie gegeben, daraufhin hatte der Verein die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, unter anderem die Leitungen mit künstlicher DNA gesichert. Versuche gab es trotzdem mehrfach. Auch 2019 seien die Täter ohne Beute geflüchtet, hatten aber trotzdem für Schäden gesorgt, erinnert sich Guido Korff, Schatzmeister der Straßenbahnfreunde. „Wir hatten eigentlich gehofft, dass sich in der Szene rumspricht, dass es bei uns nichts mehr zu holen gibt.“

Der Verein ist bestürzt. „Der erneute Diebstahl ist wie ein Tritt eines Wehrlosen am Boden. Wir haben durch Corona bereits starke Einbußen gehabt, das Hochwasser hat uns schwer getroffen und nun wird uns der Rest gegeben. Wir wissen langsam nicht mehr, an welcher Stelle wir mit unseren wenigen Kräften noch anpacken sollen“, sagt Ekert. Auch Korff ist traurig: „Das ist ein Nackenschlag oben drauf.“

Das Corona-Jahr sei ohnehin schwierig gewesen, so Korff. Und dann kam noch das verhängnisvolle Hochwasser, dass das Saison-Aus bedeutete. Vor allem die Sozialgebäude wurden schwer getroffen. „Es war praktisch ein Totalschaden.“ Die Renovierung gestalte sich schwierig, weil kaum Handwerker zu finden seien. „Manche antworten nicht mal, so viel haben die zu tun.“ Und in Eigenleistung seien die Arbeiten allein nicht zu schaffen. Trotzdem liege man im Plan. Dass zumindest die beliebten Nikolausfahrten 2021 stattfinden könnten, scheint ausgeschlossen. Der Verein setzt seine Hoffnungen auf 2022. Getestet werden muss nämlich auch noch, ob die Fahrzeuge im Juli Feuchtigkeitsschäden davongetragen haben. Korff und seine Kollegen geben sich kämpferisch. „Wir lassen uns nicht unterkriegen.“