1. NRW
  2. Wuppertal

Wuppertal: Mehr Stellplätze für Fahrräder am Bahnhof

Elberfeld : Mehr Stellplätze für Fahrräder am Bahnhof

Vorhandene Bügel sind überfüllt. Stadtwerke planen weitere Flächen im Parkdeck.

Während für Autos am Bahnhof inzwischen ausreichend Parkplätze vorhanden sind, wird es für Fahrräder eng. An den meisten vorhandenen Abstellplätzen stehen die Räder bei schönem Wetter dicht an dicht.

Das zeige doch, dass es Bedarf gebe, sagt Radfahrer Martin Ribbe und fordert mehr Plätze ein. „An jedem Bahnhof in jeder anderen Stadt, wo ich hinkomme, gibt es das“, vergleicht er. Bei seinen Besuchen am Wuppertaler Hauptbahnhof hat er viele Räder gesehen, aber: „Da waren keine hochwertigen Fahrzeuge dabei. Für E-Bikes und sportliche Rennräder und überhaupt moderne Fahrräder brauchen wir sichere Abstellplätze.“

Die wird es geben, denn der Bedarf ist erkannt. Die Stadtwerke (WSW) werden im Parkdeck unter dem Busbahnhof weitere Stellplätze für Fahrräder zur Verfügung stellen. Bisher gibt es dort 20 abschließbare Boxen, die sämtlich gebucht sind. Dazu sind jetzt 142 Bügel geplant, teilt WSW-Sprecher Holger Stephan mit, der Bauantrag sei fertig. Ab etwa Mitte nächsten Jahres könnten Radler ihre Gefährte dort abstellen. Mit Kosten von rund 210 000 Euro rechnen die Stadtwerke. Buchung und Bezahlung der Stellplätze und dann auch der Boxen sollen über das Portal www.dein-radschloss.de funktionieren. „Wenn man einmal seine Daten eingegeben hat, geht das ganz schnell“, sagt Holger Stephan.

Martin Ribbe freut sich über diese Aussicht. Und auch Lorenz Hoffmann-Gaubig vom ADFC sagt: „Das ist die ideale Art, Fahrräder abzustellen.“ Der Zugang sei ebenerdig, das Parkdeck 24 Stunden bewacht und das Rad stehe wettergeschützt – was bei Regen das Aufsteigen und das Verstauen von Gepäck wesentlich angenehmer mache. „Wir begrüßen das sehr.“ Er vermutet, dass auch diese Plätze bald gänzlich belegt sein werden. Skeptisch blickt er allerdings auf eine mögliche Bezahlung der Bügelstellplätze: „Das lässt die Attraktivität der Plätze deutlich sinken“, sagt er.

Nach Angaben der Stadt gibt es derzeit 24 Fahrradanlehnbügel am Bahnhof: zwölf auf dem oberen Platz und zwölf am Taxistand. Weil sie von beiden Seiten genutzt werden können, ergebe das 24 Stellplätze. Am Zugang von der Bahnhofstraße zum Bahnhof sind weitere Bügel geplant, nach Möglichkeit insgesamt 14 Stück.

Auch an Fahrradstellplätzen in der Nähe seien Erweiterungen geplant. Zu den neun Bügeln an den City-Arkaden sollen sechs dazukommen, die vier Bügel an der Schloßbleiche sollen mit drei weiteren ergänzt werden. Das wird Lorenz Hoffmann-Gaubig freuen, der darauf hinweist, dass die Stellplätze an den City-Arkaden „überquellen“. Die Stellplätze ließen sich leicht aufstocken, indem die bisher bestehenden Lücken zwischen den Bügeln aufgefüllt werden.

Für Platz hinter Primark wird Skateranlage geplant

Martin Ribbe wünscht sich weiterhin den Platz hinter Primark als Fahrradabstellplatz – das dort zunächst geplante Radparkhaus ließ sich zu den Preisvorstellungen der Stadt nicht verwirklichen. Jetzt entwirft die Verwaltung ein Nutzungskonzept für eine Fläche zum Skaten und für andere Bewegungssportarten. Es soll nach den Ferien den politischen Gremien vorgestellt werden.

Bei unbewachten Fahrradstellplätzen dort sei Vandalismus zu befürchten, gibt Stadtsprecherin Martina Eckermann zu bedenken. Das sieht auch Lorenz Hoffmann-Gaubig so: „Der Gehweg verläuft tiefer, deshalb ist die soziale Kontrolle dort gering.“ Das sei auch das Problem der Bügel auf dem oberen Bahnhofsplatz: „Die werden gar nicht angenommen.“ Denn dort seien eben wenig Fußgänger unterwegs, zudem dürfe man mit dem Fahrrad gar nicht dorthin fahren.