Anstieg um 5,3 Prozent Mehr Schlaganfalltote in Wuppertal

Wuppertal · Im Jahr 2020 sind in Wuppertal 220 Menschen an einem Schlaganfall gestorben. Das sind 5,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Rund 90 Prozent der Betroffenen sind über 70 Jahre alt.

 Rund 90 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind über 70 Jahre alt.

Rund 90 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind über 70 Jahre alt.

Foto: Nicolas Armer/dpa/dpa-tmn/Nicolas Armer

In Wuppertal ist die Zahl der Todesfälle aufgrund eines Schlaganfalles 2020 gestiegen. „Starben laut aktuellsten Zahlen des Landesamts für Statistik NRW im Jahr 2019 in Wuppertal noch 209 Menschen an einem Schlaganfall, so waren es 2020 220, 5,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. Aber: Verglichen mit 2010 sank die Zahl der Todesfälle um 13,7 Prozent. „Insofern könnte es sich 2020 um einen statistischen Ausreißer durch die Corona-Pandemie handeln“, so Lobscheid.

In erster Linie betrifft die Erkrankung ältere Menschen. „Rund 90 Prozent der Betroffenen in Wuppertal waren zum Zeitpunkt des Schlaganfalls 70 Jahre oder älter“, so Lobscheid.

Ausgelöst wird ein Schlaganfall, wenn Blutgefäße verstopft sind oder platzen. Es entsteht ein plötzlicher Sauerstoffmangel, der die Hirnfunktion und damit die Steuerung des Körpers stark beeinträchtigt. Symptome eines Schlaganfalls sind Sprach- und Sprechstörungen, Sehstörungen mit plötzlicher Erblindung eines Auges, herabhängender Mundwinkel, halbseitige Lähmungserscheinungen und/oder Taubheitsgefühle einer Körperseite.

Bei einem Schlaganfall ist es besonders wichtig, so schnell wie möglich Hilfe zu holen. Denn: „Für die Behandlung hat man maximal 4,5 Stunden nach Auftreten der Symptome Zeit und schon nach drei Minuten ohne Sauerstoff beginnen die empfindlichen Nervenzellen abzusterben“, so Lobscheid.

Warum die Zahl der Todesfälle durch einen Schlaganfall in Deutschland seit Jahren sinkt, ist nicht eindeutig klar. Gründe hierfür sind aber sicherlich die bessere Information der Bevölkerung und vor allem die sogenannten „Stroke Units“ an den Krankenhäusern, die seit Mitte der 90er Jahre in NRW aufgebaut wurden.

In diesen Schlaganfall-Spezialstationen arbeiten interdisziplinären Behandlungsteams, die über eine entsprechende diagnostische Infrastruktur und Erfahrung verfügen und so eine unverzügliche Akutbehandlung eines Schlaganfalls gewährleisten. In Wuppertal verfügen beispielsweise das Helios Universitätsklinikum und das Agaplesion Bethesda Krankenhaus über eine solche Einheit.

(red)
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