Wuppertal: Mehr als 400 Menschen protestieren gegen Rechten-Demo

Protest : Mehr als 400 Menschen protestieren gegen Rechten-Demo in Wuppertal

Hunderte Menschen haben sich in Wuppertal versammelt, um gegen den Aufmarsch der Rechten zu demonstrieren. Die Polizei setzte auch einen Hubschrauber ein. Autofahrer mussten zwischenzeitlich mit Verzögerungen rechnen.

Der Ostermarsch verschiedener Gruppierungen in Wuppertal ist am Karsamstag laut Angaben der Polizei friedlich verlaufen. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf rund 450. Zunächst hielten sich die Gegendemonstranten, die gegen den Aufmarsch der Rechten in Wuppertal auf die Straße gingen, auf dem Wupperfelder Markt auf.

Die Rechten hatten sich zuvor auf dem Berliner Platz versammelt. Angemeldet waren 200 Personen. Gegen 13.20 Uhr waren erst 25 bis 30 Menschen eingetroffen. Am Ende der Veranstaltung zählte die Polizei etwa 80 Teilnehmer. Offiziell sollte ihr Marsch über die B7 - am Wupperfelder Markt vorbei - um 13 Uhr mit einer Auftaktkundgebung starten. Diese verzögerte sich aber. Auf der B7 im Bereich Oberbarmen kam es zu Verkehrsbehinderungen, erklärte ein Polizeisprecher gegen 13.26 Uhr. >>>Hier gibt es alle Infos zum Zugweg der Demos.

Polizeihubschrauber kreist über Wuppertal

Ein Polizeihubschrauber beobachtete das Geschehen aus der Luft. „Wir wollen sicher sein, dass sich alle Gruppierungen an die angemeldeten Zugwege halten“, sagte Polizeisprecher Ulrich Löhe der WZ.

B7 ist gegen 14 Uhr gesperrt worden

Die B7 zwischen Berliner Platz und Wupperfelder Markt ist am Nachmittag gesperrt worden, berichtete ein WZ-Reporter. Auf dem Wupperfelder Markt sei die Stimmung bei Sonne und Musik gut - „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten gebe es etwa zu hören.

Hunderte empfangen Rechte in Wuppertal mit Pfeifkonzert

Die Rechten hatten gegen 14.20 Uhr die B7 verlassen. Im Anschluss erklärte der Leiter der Gegendemonstration seine Veranstaltung für beendet, teilte die Polizei Wuppertal mit. Die Straße sei wieder für den Verkehr geöffnet worden, auch am Berliner Platz und am Wupperfelder Markt trete langsam wieder Normalität ein, berichtete ein WZ-Reporter. Angemeldet sei die Veranstaltung zwar bis 20 Uhr gewesen, die Versammlung der Partei "Die Rechte" endete aber schon nach einer Abschlusskundgebung um 15:22 Uhr am Hans-Dietrich-Genscher-Platz.

Bundestagsabgeordnete Helge Lindh wünscht sich mehr „bürgerliche Mitte“ bei Gegendemo

Unter den Gegendemonstranten vor Ort war auch der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Helge Lindh (SPD), der am Vormittag bereits eine Rede gegen Fremdenhass gehalten hatte. „Ich würde mir wünschen, dass sich künftig bei solchen Demonstrationen ein breiteres Bündnis von links bis konservativ findet.“ Lindh sah die bürgerliche Mitte bei der Gegendemonstration, die sehr linkspolitisch gefärbt war, nicht ausreichend vertreten.

Der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete solidarisierte sich mit den Gegendemonstranten und berichtete bei einer Rede von einem Anruf, der ihn in Folge einer Reise nach Malta erreichte: „Wie kann es sein, dass Menschen im Jahr 2019 lieber zusehen wollen, wie Menschen im Mittelmeer verrecken und ihr Deutschtum auf Kosten von Flüchtlingen ausleben?“, fragte er.

Bilanz der Polizei

Gegen sechs Teilnehmer der Gegendemonstration schrieb die Polizei Strafanzeigen, eine Person wurde zur Feststellung der Identität in Gewahrsam genommen und sechs Platzverweise wurden ausgesprochen. Das Fazit der Polizei: zwei friedliche Versammlungen.

(neuk/red)
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