Wuppertal: Leistungszentrum für WSV eröffnet im Herbst

Sport : Leistungszentrum für WSV eröffnet im Herbst

Aus der alten Turnhalle am Stadion wird ein „Schmuckkästchen“ mit moderner Technik.

Als Fußballfan und WSV-Anhänger weiß Andreas Mucke natürlich um die historische Bedeutung des Gebäudes. „Hier wurde 1954 der WSV gegründet“, sagt er beim Gang zum künftigen Jugendleistungszentrum des Wuppertaler Sportvereins (WSV), das gerade gebaut wird und gleich in Sichtweite zum Stadion am Zoo an der Hubertusallee liegt. Die seit 2014 nicht mehr genutzte Turnhalle soll bis zum Herbst saniert und mit moderner Technik ausgestattet werden. „Das wird hier ein Schmuckkästchen“, freut sich der Projektleiter des städtischen Gebäudemanagements (GMW), Frank Benecke, als er Mucke und GMW-Chef Hans-Uwe Flunkert in dieser Woche auf der Baustelle begrüßt. Im Rahmen einer Sommertour informieren sich die beiden über den Baufortgang bei den Arbeiten in dem denkmalgeschützten Gebäude. Bis zum Spätsommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Neues Obergeschoss wird mit
einer Zwischendecke geschaffen

Die alte Turnhalle erhält im Zuge der Sanierung ein Obergeschoss: Dazu wurde eine Zwischendecke eingezogen. Im Erdgeschoss wird das Parkett ausgebessert, ein Kraft- und ein Multifunktionsraum entstehen, auch Umkleiden und ein kleiner Bistrobereich werden in der unteren Etage angesiedelt. Im ersten Stock gibt es Räume für die medizinische und physiotherapeutische Betreuung sowie Schlafräume, Büros und einen Besprechungsraum. Das Untergeschoss wurde abgedichtet, damit von unten keine Feuchtigkeit mehr eindringen kann. Im Sockelbereich musste Putz abgeschlagen werden, Risse im Mauerwerk wurden gefüllt.

Durch einen Umlauf im äußeren Bereich bleiben die Fenster auf beiden Ebenen frei und sorgen so für natürliches Licht im Inneren. Das schafft eine angenehme Atmosphäre, zudem ist von dem Gebäude aus auch der danebenliegende Kunstrasenplatz gut zu sehen. Der Platz hatte bereits im Sommer 2018 einen neuen Belag bekommen, weil der alte nicht mehr bespielbar und hart „wie Beton“ (Flunkert) geworden war.

Zudem wurde bei den Bauarbeiten darauf geachtet, dass im Sinne der Nachhaltigkeit auch ein Rückbau möglich ist. „Alles, was wir eingebaut haben, ist reversibel“, sagt Benecke beim Gang durchs Gebäude, in dem derzeit die Handwerker noch an diversen Ecken werkeln. OB Mucke sieht die Arbeiten mit Interesse und freut sich darüber, dass dem WSV ein solches Gebäude für die Nachwuchsarbeit zur Verfügung steht, ist ein solches Engagement das A und O für einen erfolgreichen Fußballverein. Zugleich bedauert er, dass die ursprünglich geplante Nutzung des Objekts durch die Horst-Buhtz-Stiftung bislang nicht möglich ist. Die Stiftung ist bislang offiziell nicht gegründet und kann deshalb das Gebäude auch nicht übernehmen.

Notwendig wurde die Sanierung der alten Turnhalle, weil ein Teil des Geländes an der Nevigeser Straße, auf dem bisher die Jugendabteilung des WSV angesiedelt war, für eine neue Vierfach-Sporthalle für die Schulen an der Kruppstraße genutzt wird. Einen Teilerlös aus dem Verkauf des restlichen Areals in Höhe von 2,5 Millionen Euro wird für den Umbau der historischen Turnhalle verwendet, Mittel flossen zudem in die Sanierungsarbeiten des Stadionnebenplatzes und des Sportplatzes am Nocken.

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