Wuppertal-Langerfeld hat jetzt ein eigenes Stadtteilzentrum

Beratung, Workshops und Co. : Langerfeld hat jetzt ein eigenes Stadtteilzentrum

Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, eröffnete die Einrichtung für den Stadtteil. Sie lobte: „Hier wird Mut zur Zukunft belohnt.“

„Ein großartiger Tag für Langerfeld“, so lautete der Tenor bei der feierlichen Eröffnung des neuen Stadtteilzentrums an der Heinrich-Böll-Straße. Dort ist – verbunden mit der Gesamtschule Langerfeld – ein Zentrum für die Menschen in Langerfeld, Oberbarmen und Wichlinghausen entstanden, in dem die Bewohner der Quartiere im östlichen Stadtteil an den Kursen, Projekten und Beratungsangeboten des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) teilnehmen können.

5,5 Millionen Euro hat die Einrichtung gekostet, wobei ein wesentlicher Teil aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammt, was Oberbürgermeister Andreas Mucke bei seiner Ansprache zu dem Hinweis veranlasste, dass in Brüssel durchaus sinnvolle Arbeit geleistet werde und es wichtig sei, im Mai an der Europawahl teilzunehmen.

Freundliche lichtdurchflutete Räume für Sprachkurse, Bildungsangebote, Nachhilfe, aber auch vorbildliche Voraussetzungen für das gemeinsame Essen (1000 Mahlzeiten werden täglich von 16 Damen gekocht) finden Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor. Das absolute Prunkstück ist die umgebaute ehemalige Turnhalle, die zu einem 600 Quadratmeter großen Veranstaltungssaal (mit zwei Boulderwänden) geworden ist. Mit Freude wurde dort Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, begrüßt. Das Ministerium hat ebenfalls großen Anteil an der Finanzierung des Großprojekts. Die Ministerin zeigte sich beeindruckt vom neuen Stadtteilzentrum.

„Hier wird der Mut zur Zukunft belohnt. Hier können sich Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten einbringen“, so die Landesministerin, die gleichzeitig auch die lokalen Politiker lobte, die nie müde geworden sind, den Stadtteil nach vorn zu bringen. Wovon sich in der ersten Reihe auch Margret Hahn, Vorsitzende des Langefelder Bürgervereins, und der neben ihr sitzende Bezirksbürgermeister Eberhard Hasenclever angesprochen fühlen durften.

Sozialdezernent Stefan Kühn erinnerte daran, dass gerade dieses Quartier im Stadtteil Langerfeld in früheren Jahrzehnten ein sozialer Brennpunkt, der übel beleumundete „Klingholzberg“, gewesen sei, zu dem ihm Eberhard Hasenclever mal eins seiner „Plänchen“ vorgelegt habe. Dessen Visionen seien jetzt ebenso Wirklichkeit geworden, wie die Vorstellungen des Schulleiters Claus Baermann. Der berichtete über die vielen in die Tat umgesetzten Vorhaben „seiner“ Schule, die diverse Preise, unter anderem auch als Vorreiter gegen Rassismus und Beispiel für gelungene Integration gewonnen habe. Wie das funktioniert, bewies die Moderation der Schülerin Yasmin Kasakaya, die mehrfach das Mikrofon an Mitschüler gab, die die nächsten Programmpunkte in ihrer ursprünglichen Muttersprache ansagten.

Doch es waren nicht nur Reden, die dem Publikum vorgestellt wurden. Natürlich auch Musik - die GS Langerfeld sieht darin einen Teil ihrer DNA - von aktuellen und ehemaligen Schülern dargeboten, wobei Claus Baermann seine früheren Schützlinge als taktvoller Rhythmiker unterstützte. Ein echter Höhepunkt der mehr als zweistündigen Eröffnungsveranstaltung war sicher der Auftritt der renommierten Künstlerin Roswitha Dasch, die spontan ihre Mitwirkung zugesagt hatte, ihre stimmungsvollen jiddischen Lieder mit Gitarre und Violine begleitete und sich frenetischen Applauses sicher sein durfte.

Der SkF ist mit hauptamtlichen Kräften vor Ort, doch deren Wirken würde wenig bewerkstelligen, gäbe es nicht mehr als eine halbe Hundertschaft ehrenamtlicher Damen und Herren, die als „Lotsen“, Berater und Helfer für die gute Sache eintreten. Ihnen dankte Marie-Luise Peterwerth, die Vorstandsvorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen, besonders herzlich und sprach damit allen Anwesenden sicherlich aus dem Herzen.

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