Wuppertal: Lange Wartezeiten beim Straßenverkehrsamt sorgen für Ärger

Führerscheinstelle : Lange Wartezeiten beim Straßenverkehrsamt in Wuppertal sorgen für Ärger

Wer einen Termin bei der Führerscheinstelle in Wuppertal haben möchte, braucht zurzeit sehr viel Geduld. Dafür gibt es einen bestimmten Grund.

Beim Straßenverkehrsamt müssen Menschen, die ein Anliegen bei der Führerscheinstelle haben, derzeit lange warten. 25 bis 27 Tage ist derzeit die Frist, bis es einen Termin gibt. Das Problem liegt laut dem verantwortlichen Dezernenten, Johannes Slawig, an der gestiegenen Anfrage nach Terminen. Teilweise können deswegen dringende Belange nicht schnell genug bearbeitet werden. Gerade bei Fahranfängern und Berufskraftfahrern sei das mindestens „ärgerlich“. Um die Situation zu verbessern, sollen freiwillige Umtauschtermine in den nächsten Monaten nicht mehr angeboten werden.

Das soll am Montag im Rathaus bei der wöchentlichen Pressekonferenz angekündigt werden. Darüber hinaus arbeite man „im Hintergrund daran, dass wir für bestimmte Dinge einen Onlinezugang schaffen können, die die Zeiten bei uns reduzieren und den Aufenthalt der Antragstellenden auf ein Minimum reduzieren, was dazu führt, dass sie keine Termine brauchen“, kündigt Slawig an. Entsprechende Verfahren müssten getestet und mit der Informationstechnik abgesprochen werden.

Hintergrund ist, dass alle Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt worden sind, nach einer EU-Vorgabe ausgetauscht werden müssen. Für den Umtausch gibt es allerdings gesetzliche Fristen – nach Ausstellungsjahr des Führerscheins und Geburtsjahr des Halters. Spätestens 2033 sollen EU-Führerscheine so einheitlich sein. Trotzdem tauschen viele Bürger schon jetzt um.

Wie groß der Ansturm bisher war, lasse sich aus Datenschutzgründen nicht mehr genau sagen. Aber in den Wochen bis Ende Juni sind bereits 160 Termine für Führerschein-Umtausch angemeldet. „Das sind rein rechnerisch für eine Mitarbeiterin Termine für fast zwei Wochen – durchgängig“, sagt Slawig.

Der Arbeitsaufwand rührt nicht nur aus den Terminen vor Ort, sondern auch aus Anfragen anderer Zulassungsstellen. „Für Führerscheintausche für Personen, die mittlerweile woanders gemeldet sind, werden sogenannte Karteikartenabschriften angefordert.

Die ehemalige ausstellende Stelle muss die Führerscheindaten bestätigen.“ Die gesteigerten Zahlen in anderen Zulassungsstellen sorgen auch in Wuppertal für ein zusätzliches Arbeitsaufkommen um ca. 20 Prozent. „Im letzten Jahr hatten wir circa 4500 Anfragen“, verdeutlicht Slawig.

Wie viele Führerscheine getauscht werden müssen, ist kaum absehbar. Die alten grauen und rosa Führerscheine sind nicht digital erfasst. Generell ist nicht klar, ob die Führerscheinhalter, die ihre Fahrerlaubnis in Wuppertal gemacht haben, noch hier leben. Das wird nicht vorgehalten. Daher die großzügigen Fristen.

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