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Wuppertal lässt Parks geöffnet und setzt auf Vernunft der Bürger

Einschränkungen : „Es geht darum, dass die Leute die Maßnahmen einsehen“

Die Parks in Wuppertal bleiben trotz der aktuellen Situation geöffnet. Die Stadt setzt auf die Vernunft der Bürger.

Die Krokusse im Botanischen Garten bilden ein herrliches Blütenmeer. Bequeme Stühle laden daneben zu einer gemütlichen Pause ein. Doch ist das im Moment noch erlaubt? „Wenn jemand rausgeht, ist das kein Gesundheitsrisiko“, findet Stadtsprecher Thomas Eiting. Jeder solle selbst seinen gesunden Menschenverstand einsetzen: Menschenansammlungen ohne Abstand bergen die Gefahr einer Ansteckung. Wer sich jedoch an der frischen Luft bewegt und dabei mindestens zwei Meter Raum zum nächsten Spaziergänger einhält, dürfte auf der sicheren Seite sein.

„Wir sperren keine Parks – die Kapazitäten haben wir gar nicht“, sagt Thomas Eiting. Zudem seien Flatterbänder am Parkeingang wenig sinnvoll, wenn die Menschen die Maßnahme nicht akzeptieren. „Es geht darum, dass die Leute einsehen, wozu die Maßnahmen da sind.“ Eiting zieht den Vergleich zu einem Erdbeben oder Tsunami heran: Die Auswirkungen seien ebenso schlimm, wenn auch weniger offensichtlich. „Wir kriegen das Ganze nur verlangsamt, wenn alle mitmachen.“

Die großen Menschenmengen sollten gemieden werden

Der Botanische Garten, dessen Glashäuser inzwischen geschlossen sind, übte im Sozialen Netzwerk Facebook deutliche Kritik an den Besuchern der Hardt. Zum einen wurde in der Nacht zu Mittwoch das frisch bepflanzte Blumenbeet zu großen Teilen zerstört, hier werden spielende Hunde als Ursache vermutet, zum anderen hinterließen einige Besucher viel Müll auf den Wiesen. „Wir möchten daran erinnern, dass Sozialkontakte eingeschränkt werden sollten“, heißt es in dem Beitrag. Die Müllhaufen auf den Wiesen sagten etwas anderes aus.

Gerade für Familien mit kleineren Kindern bietet die Wälder und Parks aber Auslauf, da sie derzeit nicht auf die Spielplätze dürfen. Die Wälder ermöglichen spannende Erfahrungen: Balancieren auf umgestürzten Baumstämmen, Springen und Klettern, Entdecken von kleinen und größeren Tieren. Oder sie ziehen Gummistiefel an und erkunden einen der kleinen Bachläufe, die es fast überall gibt.

Im Brückenpark drohen
größere Besucherströme

Doch auch den Großen bieten die Wälder und Grünflächen Wuppertals viele schöne Erlebnisse. Zum Beispiel bei einem Besuch des Arboretums Burgholz, jener riesigen Versuchsfläche zwischen Cronenberg und Kohlfurth, das auf 200 Hektar Land mehr als 100 Nadel- und Laubbaumarten aus drei Kontinenten versammelt. Ab 1955 hatte dort der Revierförster fremdländische Bäume angebaut um zu beobachten, wie sie mit dem Wuppertaler Klima zurecht kommen. Auf Schildern werden die Bäume erklärt.

Auch der Scharpenacken mit seinen weiten Magerwiesen auf insgesamt rund 185 Hektar ehemaligem Truppenübungsplatz ist ein lohnendes Ausflugsziel. Häufig sieht man dort eine Schafherde weiden, Gebüsch und Obstbäume wechseln mit großen Wiesen ab. Allerdings ist das Gebiet auch bei Hundebesitzern sehr beliebt.

Durch die Hügel rund um Wuppertal gibt es in jedem Stadtteil hübsche Täler mit Bachläufen, die sich idyllisch durch Felder und Wälder winden. Daneben sind oft hübsche alte Fachwerk-Höfe zu sehen. Dank der guten Ausschilderung des Sauerländischen Gebirgsvereins sind viele schöne Rundwege gut zu finden. Der Beyenburger Stausee und die Müngstener Brücke sind ebenfalls immer einen Besuch wert, allerdings drohen dort wieder größere Besucherströme. Dort gilt es also, lieber kleinere Seitenwege zu erkunden. Denn auch wenn die Wuppertaler weiterhin in die Wälder gehen dürfen, hierbei von der langgestreckten Form ihrer Stadt profitieren, sollten größere Menschengruppen vermieden werden.